Die Mailingliste musste neu aufgesetzt werden

Donnerstag, 4. Juli 2019

Vielleicht war es die Hitze, vielleicht meine Dussligkeit, vielleicht das schlechte Design der Verwaltungssoftware. Vermutlich war es alles zusammen. Jedenfalls habe ich gestern um die Mittagszeit die komplette Site www.gelehrtenrepublik.de gelöscht – und damit auch die Mailinglisten zu Arno Schmidt (ASml) und zu Karl May (KMGml).

Inzwischen läuft alles wieder, die Site ist wieder da, die Listen wurden neu aufgesetzt.

Allerdings hatte ich kein Verzeichnis der in der ASml bzw. der KMGml eingetragenen Teilnehmern und also auch keine Möglichkeit, einen früheren Zustand wiederherzustellen. Als Notlösung habe ich diejenigen eingetragen, die in den letzten sechs Monaten etwas in der ASml gepostet und damit ihr Vorhandensein kund getan haben. Die schweigende Mehrheit blieb notwendig unberücksichtigt.

Personen, die weiterhin an der ASml teilnehmen oder einfach nur Post von ihr bekommen möchte, schreiben mir bitte eine Mail, ich trag die Adressen dann ein (eine eigene Anmeldung via Formular ist leider nicht möglich).

»Arno Schmidt lesen« in Rendsburg

Sonntag, 26. Mai 2019

Vom 15. bis 17. November veranstaltet die Arno Schmidt Stiftung ein weiteres »Arno Schmidt Lesen«-Seminiar im Nordkolleg Rendsburg. Ankündigungstext:

›Das steinerne Herz‹ von Arno Schmidt, laut Untertitel »ein historischer Roman aus dem Jahr 1954 nach Christi« konnte 1956 lediglich in einer zensierten Fassung erscheinen, in der die damals als politisch, religiös und sexuell anstößig empfundenen Stellen umgeändert und abgeschwächt worden waren. Grund hierfür waren unter anderem die vielfach überaus kritischen Kommentare zu politischen Entwicklungen in Ost und West gleichermaßen, ein Novum für die damalige Literatur der Bundesrepublik. Kriegserfahrungen, Kalter Krieg und Wiederaufrüstung, der Traum von Freiheit und scheinbar unendliche Möglichkeiten sind nur einige Themen dieses vielfach umstrittenen Werks, das nicht zuletzt auch durch seine zahlreichen Bezüge zur deutschsprachigen Literatur ein Kompendium der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte ist.

Während des Seminars wird der Roman anhand ausgewählter Fragestellungen erschlossen.

Weitere Informationen und Anmeldung

Noch zwei Nachrufe auf das »Gast- und Pensionshaus Bangemann«

Samstag, 25. Mai 2019

Nachdem Frank Schäfer am 15. April in der TAZ über die Schließung der Gaststätte Bangemann in Bargfeld berichtet hat (›Legende am Ende der Welt‹) haben sich auch auch Willi Winkler in der ›Süddeutschen Zeitung‹ und Bert Strebe in der ›Hannoverschen Allgemeinen‹ zu Wort gemeldet:

Rezensionen zum Briefwechsel Schmidt / Wollschläger [11. Update]

Freitag, 24. Mai 2019

Update: 24.5.2019

  • Wenzel Storch, ›Im Schatten des Großherrn. Zum Briefwechsel zwischen dem Schriftsteller Arno Schmidt und seinem Schüler Hans Wollschläger. Zweiter und letzter Teil‹, konkret 6/2019, S. 63–65 (nicht online)

Stand: 24.4.2019

Kleine Meldungen

Sonntag, 12. Mai 2019

Die Artikel haben etwas Zuwachs bekommen:

*

Die Jahrestagung 2019 der GASL findet vom 11.–13. Oktober in Kiel statt. Themenschwerpunkt soll Schmidts Beziehung zu Schleswig-Holstein und Hamburg sein. Anmeldungen sind bis zum 30. Juli erwünscht.

›Elfenreigen für Arno Schmidt‹

Sonntag, 21. April 2019

1993 hat Christian Münch einen ›Elfenreigen für Arno Schmidt‹ komponiert. Die Partitur (PDF, 22 Seiten) kann in den Digitialen Sammlungen der Sächsische Landesbibliothek geladen werden. Das Stück für tiefe Stimme, Violine, Violoncello und Klavier – eine Vertonung von Barthold Hinrich Brockes’ ›Nähere Betrachtung der Kirsch=Blüthe‹ – wurde lt. Kürschners Musiker-Handbuch 2006 1994 in Dresden uraufgeführt.

Bangemann hat geschlossen

Montag, 15. April 2019

Die Gaststätte Bangemann in Bargfeld hat geschlossen. Frank Schäfer schreibt dazu in der TAZ einen launigen Rückblick:

Legende am Ende der Welt
Arno Schmidts Jünger geschockt: Das Gasthaus Bangemann in Bargfeld, die Saufzentrale aller Schmidtianer, ist geschlossen!

Bargfelder Bote, Lfg. 433–434

Samstag, 6. April 2019

Ein neuer ›Bargfelder Bote‹ ist erschienen. Inhalt:

  • Thomas Eichhorn, ›»Das sagt man nicht«. Bemerkungen zu einer Bemerkung‹
  • Günther Flemming, ›Tausende und Abertausende – ein bloßer Silbenfall?‹
  • Martin Lowsky,›»Karl May und der ganzen deutschen Literatur einen namhaften Dienst […] leisten«, oder: Die Mühen der Literaturforschung. Über den Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger‹
  • Alexis Eideneier, ›Wie Schmidt das Buch der Bücher las‹ [Rezension von Hendrike Witt, ›Arno Schmidt und die Heilige Schrift‹]
  • Gehört, gelesen, zitiert
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Stanley Ellin, ›Sanfter Schrecken‹

Samstag, 23. März 2019

Bereits zur Leipziger Buchmesse ist die erst für April angekündigte Neuausgabe von Stanley Ellins ›Sanfter Schrecken‹ in der Übersetzung von Arno Schmidt erschienen. Der Band passt sich im Erscheinungsbild der Neuausgabe der Schmidtschen Übersetzung von Faulkners ›New Orleans‹ an (Bargfeld, Berlin 2017) und ist wie diese ein hübsches, handliches Bändchen. Als Zugabe gibt es Schmidts Selbstrezension ›Die 10 Kammern des Blaubart‹. Das kurze Nachwort von Bernd Rauschenbach zeichnet die Chronologie der Übersetzungen in Briefzitaten und knappen Zusammenfassungen nach. Hier erfährt man dann auch, dass Schmidt mit Titel und Untertitel des Bandes nicht einverstanden war. So schreibt Schmidt am 27. Juli 1961 an den Cheflektor des Goverts Verlags Hans Dieter Müller:

Meinen Sie nicht, daß – wo eine »Schauerserie« nun einmal auch die Spezialität des Hauses Goverts werden soll – DIE SPEZIALITÄT DES HAUSES (ohne Untertitel) wesentlich sachlicher & energischer klänge (überhaupt für das Büchlein viel passender wäre!) als vor allem auch noch dieses nein=wie=neckische ›ruchlos‹? / Je nun; wir haben darüber ›offiziell‹ nichts ausgemacht, und Sie können, in letzter Instanz, den Titel natürlich verleihen, wie Sie wollen – ich möchte meine Bedenken ja auch nur zu Protokoll gegeben haben.

Die zehn Geschichten sind wohl hinlänglich bekannt. Als Jugendlicher hab ich sie mit einiger Begeisterung gelesen, bei der erneuten Lektüre hielt sich mein Vergnügen allerdings in recht überschaubarem Rahmen, und ich bin geneigt, dem Urteil Hans Wollschlägers zuzustimmen, der am 22. Oktober 1961 an Arno Schmidt schrieb:

also die Ellin-Geschichtchen sind ja recht amüsabel – (zur Nachtzeit – so in halbem Vorschlaf schon – und mit einer Prise Müdigkeit –): nur denke ich mir, daß der Mann zu der präzisen Ironie Ihres Stils wie der Blinde zur Ohrfeige gekommen ist – : jedenfalls steckt darin jetzt mehr ›Feinbau‹ als in der verhältnismäßig groben Organisation der Handlung […]
Briefe IV, Nr. 160

Erstmals bringt der Band die Übersetzungen in der Fassung, die Schmidt haben wollte. So heißt es im Nachwort:

In der vorliegenden Neuausgabe der Übersetzung wurden diese Lektorats-Eingriffe rückgängig gemacht unter Zuhilfenahme der Rohübersetzung, der Reinschrift, des Durchschlags der Reinschrift und der Korrekturfahnen, die sich sämtlich im Nachlaß Arno Schmidts erhalten haben.

Die Lektorats-Eingriffe betreffen vor allem die Interpunktion und die Schreibung der Zahlwörter, die seinerzeit dudenkonform normiert wurde und nun so da stehen, wie Schmidt es haben wollte. Ob es weitere Abweichungen gibt, kann ich nicht ermitteln, ich habe von der ursprünglichen Goverts-Fassung nur eine unzuverlässige Taschenbuchausgabe mit einer Auswahl (Scherz, Bern und München 1988).

›Bargfelder Bote‹, Lfg. 431–432

Samstag, 2. Februar 2019

Die Lieferung 431–432 des ›Bargfelder Boten‹ ist erschienen. Inhalt:

  • Gerd Schubert, ›Kleine südatlantische Inselkunde: Inseln für Zauberer. Weitere Bemerkungen zu Arno Schmidts Tristan-da-Cunha=Insel-Felsenburg-»Nachweis«‹
  • Rudi Schweikert, ›Die Meteorprozession über Kanada Zu einem Halbsatz in Arno Schmidts Kurzgeschichte ›Sommermeteor‹‹
  • Friedhelm Rathjen, ›Right out of the screen. Schmidt verfeinert sein Englisch für den ›Faun‹‹
  • Gehört, gelesen, zitiert
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt