Bangemann hat geschlossen

Montag, 15. April 2019

Die Gaststätte Bangemann in Bargfeld hat geschlossen. Frank Schäfer schreibt dazu in der TAZ einen launigen Rückblick:

Legende am Ende der Welt
Arno Schmidts Jünger geschockt: Das Gasthaus Bangemann in Bargfeld, die Saufzentrale aller Schmidtianer, ist geschlossen!

Bargfelder Bote, Lfg. 433–434

Samstag, 6. April 2019

Ein neuer ›Bargfelder Bote‹ ist erschienen. Inhalt:

  • Thomas Eichhorn, ›»Das sagt man nicht«. Bemerkungen zu einer Bemerkung‹
  • Günther Flemming, ›Tausende und Abertausende – ein bloßer Silbenfall?‹
  • Martin Lowsky,›»Karl May und der ganzen deutschen Literatur einen namhaften Dienst […] leisten«, oder: Die Mühen der Literaturforschung. Über den Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger‹
  • Alexis Eideneier, ›Wie Schmidt das Buch der Bücher las‹ [Rezension von Hendrike Witt, ›Arno Schmidt und die Heilige Schrift‹]
  • Gehört, gelesen, zitiert
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Rezensionen zum Briefwechsel Schmidt / Wollschläger [8. Update]

Samstag, 6. April 2019

Update: 6.4.2019

  • Martin Lowsky, ›»Karl May und der ganzen deutschen Literatur einen namhaften Dienst […] leisten«, oder: Die Mühen der Literaturforschung. Über den Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger‹, Bargfelder Bote Lfg. 433–434, April 2019, S. 18–25 (nicht online)

Stand: 23.3.2019

Stanley Ellin, ›Sanfter Schrecken‹

Samstag, 23. März 2019

Bereits zur Leipziger Buchmesse ist die erst für April angekündigte Neuausgabe von Stanley Ellins ›Sanfter Schrecken‹ in der Übersetzung von Arno Schmidt erschienen. Der Band passt sich im Erscheinungsbild der Neuausgabe der Schmidtschen Übersetzung von Faulkners ›New Orleans‹ an (Bargfeld, Berlin 2017) und ist wie diese ein hübsches, handliches Bändchen. Als Zugabe gibt es Schmidts Selbstrezension ›Die 10 Kammern des Blaubart‹. Das kurze Nachwort von Bernd Rauschenbach zeichnet die Chronologie der Übersetzungen in Briefzitaten und knappen Zusammenfassungen nach. Hier erfährt man dann auch, dass Schmidt mit Titel und Untertitel des Bandes nicht einverstanden war. So schreibt Schmidt am 27. Juli 1961 an den Cheflektor des Goverts Verlags Hans Dieter Müller:

Meinen Sie nicht, daß – wo eine »Schauerserie« nun einmal auch die Spezialität des Hauses Goverts werden soll – DIE SPEZIALITÄT DES HAUSES (ohne Untertitel) wesentlich sachlicher & energischer klänge (überhaupt für das Büchlein viel passender wäre!) als vor allem auch noch dieses nein=wie=neckische ›ruchlos‹? / Je nun; wir haben darüber ›offiziell‹ nichts ausgemacht, und Sie können, in letzter Instanz, den Titel natürlich verleihen, wie Sie wollen – ich möchte meine Bedenken ja auch nur zu Protokoll gegeben haben.

Die zehn Geschichten sind wohl hinlänglich bekannt. Als Jugendlicher hab ich sie mit einiger Begeisterung gelesen, bei der erneuten Lektüre hielt sich mein Vergnügen allerdings in recht überschaubarem Rahmen, und ich bin geneigt, dem Urteil Hans Wollschlägers zuzustimmen, der am 22. Oktober 1961 an Arno Schmidt schrieb:

also die Ellin-Geschichtchen sind ja recht amüsabel – (zur Nachtzeit – so in halbem Vorschlaf schon – und mit einer Prise Müdigkeit –): nur denke ich mir, daß der Mann zu der präzisen Ironie Ihres Stils wie der Blinde zur Ohrfeige gekommen ist – : jedenfalls steckt darin jetzt mehr ›Feinbau‹ als in der verhältnismäßig groben Organisation der Handlung […]
Briefe IV, Nr. 160

Erstmals bringt der Band die Übersetzungen in der Fassung, die Schmidt haben wollte. So heißt es im Nachwort:

In der vorliegenden Neuausgabe der Übersetzung wurden diese Lektorats-Eingriffe rückgängig gemacht unter Zuhilfenahme der Rohübersetzung, der Reinschrift, des Durchschlags der Reinschrift und der Korrekturfahnen, die sich sämtlich im Nachlaß Arno Schmidts erhalten haben.

Die Lektorats-Eingriffe betreffen vor allem die Interpunktion und die Schreibung der Zahlwörter, die seinerzeit dudenkonform normiert wurde und nun so da stehen, wie Schmidt es haben wollte. Ob es weitere Abweichungen gibt, kann ich nicht ermitteln, ich habe von der ursprünglichen Goverts-Fassung nur eine unzuverlässige Taschenbuchausgabe mit einer Auswahl (Scherz, Bern und München 1988).

›Bargfelder Bote‹, Lfg. 431–432

Samstag, 2. Februar 2019

Die Lieferung 431–432 des ›Bargfelder Boten‹ ist erschienen. Inhalt:

  • Gerd Schubert, ›Kleine südatlantische Inselkunde: Inseln für Zauberer. Weitere Bemerkungen zu Arno Schmidts Tristan-da-Cunha=Insel-Felsenburg-»Nachweis«‹
  • Rudi Schweikert, ›Die Meteorprozession über Kanada Zu einem Halbsatz in Arno Schmidts Kurzgeschichte ›Sommermeteor‹‹
  • Friedhelm Rathjen, ›Right out of the screen. Schmidt verfeinert sein Englisch für den ›Faun‹‹
  • Gehört, gelesen, zitiert
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Belphegor

Samstag, 2. Februar 2019

Am 28. Januar 1819 starb Johann Karl Wezel in Sondershausen. Aus diesem Anlass bringt der MDR Auszüge aus seinem Roman ›Belphegor‹, gelesen von Rolf Boysen. Im Anschluss an die 19 Folgen wird am 28. Februar dann Arno Schmidts Wezel-Dialog ausgestrahlt.

Die ›Bargfelder Ausgabe‹ im Internet

Samstag, 19. Januar 2019

Vor gut einem Jahr wurde sie zum ersten Mal von Susanne Fischer in der ASml erwähnt, seit dem 18. Januar 2019, 14.00 Uhr ist sie als Geburtstagsgeschenk online: Die komplette ›Bargfelder Ausgabe‹ im Internet. Dabei handelt es sich explizit nicht um eine digitale Werkausgabe, sondern um ein »elektronisches Findemittel« zur Erschließung der gedruckten Ausgabe.

Geboten wird die Volltextsuche im Textkorpus der BA, wobei (anders als bei der in die Jahre gekommenen ›Bargfelder Ausgabe auf CD‹) nun auch ›Zettel’s Traum‹, die Supplemente und die Briefwechsel mit Andersch, Michels, Schlotter und Kollegen durchsuchbar sind. Der neu erschienene Band Schmidt/Wollschläger ist noch nicht dabei, wird aber wohl nachgereicht werden.

Es werden nicht nur einzelne Begriffe gefunden, sondern auf Wunsch auch unterschiedliche Schreibweisen und nicht direkt aufeinanderfolgende Begriffe. Die Suche lässt sich auf bestimmte Zeiträume und einzelne Werkgruppen bzw. Titel eingrenzen. Die Kombination von mehreren Titeln – also etwa eine Suche in ›Brand's Haide‹, ›Kaff‹ und ›Caliban‹ – ist mir bei einem kurzen Testlauf einmal gelungen, danach nicht mehr, hier scheint es sich um einen Bug zu handeln.

Mit den logischen Operatoren AND, OR und NOT lassen sich komplexere Suchanfragen formulieren, und wem das noch nicht reicht, dem stehen mächtige Regular Expressions zur Verfügung. Wer sich mit den verschiedenen Möglichkeiten vertraut machen möchte, tut gut daran, ein wenig Einarbeitungszeit einzukalkulieren. Je häufiger die Suche benutzt wird, desto besser lernt man ihre Fähigkeiten kennen und desto unverzichtbarer wird dieses großartige Geburtstagsgeschenk der Arno Schmidt Stiftung.

Die Treffer werden auf Scans der Originalseiten angezeigt, wer die Fundstellen in eigene Arbeiten übernehmen möchte, wechselt über ein »Zitieren«-Menü in die Textansicht, in der sich Text und bibliographischen Angaben kopieren lassen. Zudem lässt sich jeder Treffer verlinken.

Ein Buch von Gewicht

Samstag, 22. Dezember 2018

Ein Tweet von Jan Süselbeck warf wieder einmal die Frage auf, wie schwer eigentlich das Monstrum ›Zettel’s Traum‹ ist. Die Gewichtsangabe gehört seit je zum eisernen Bestand der Rezensenten, die sich mit diesem Roman beschäftigen. Schon 1974 notierte Hans-Michael Bock in seiner Presseschau zu ›Zettel’s Traum‹:

Alle Drei führen einen schönen Brauch der ZT-Beschreiber ein: Sie beginnen mit dem Gewicht des Buches; und schon ergeben sich die ersten Diskrepanzen: Drews – 9,5 kg, Schütte – 12 Kilo, Nöhbauer – 20 Pfund. An die Tradition knüpft dann im »Spiegel« Gunar Ortlepp an: Das Buch ist da. Ich habe es gewodngen: Es wiegt 17 Pfund […].
›Potz Geck und kein Ende!‹, in: ›Der Solipsist in der Heide‹, edition text+kritik, München 1974, S. 135

Diese Tradition wurde auch in einer der ersten Rezensionen der Übersetzung von ›Zettel’s Traum‹ gewahrt:

At more than 13 pounds, it is not easy to pick up

schreibt da etwa Steven Norton im ›Wallstreet Journal‹.

Vor ein paar Jahren habe ich meine Ausgaben des Romans spaßeshalber einmal gewogen, diese Messung habe ich jetzt noch einmal wiederholt. Alle Ausgaben wurden inkl. Schuber gewogen:

zettels traum gewogen

3. Auflage = S. Fischer, Frankfurt/M 1977
Stud. = Studienausgabe in 8 Heften, 2. Auflage, S. Fischer, Frankfurt/M. 1986
TB = S. Fischer, Frankfurt/M. 2002
6. Auflage = S. Fischer, Frankfurt/M. 2004
BA = BA IV, 1; Arno Schmidt Stiftung, Bargfeld 2010
BD = ›Bottom’s Dream‹, Dalkey Archive, Victoria etc. 2016

Neuerscheinungen

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Der tschechische Verlag Opus setzt seine Reihe mit Übersetzungen der Werke Schmidts fort. Neu erschienen ist die ›Kamenné srdce‹ (›Das steinerne Herz‹), übersetzt und mit einem Nachwort von Radovan Charvát.


Die Lieferung 429–430 des ›Bargfelder Boten‹ ist erschienen. Inhalt:

  • Reise zum Mittelpunkt. Claude Riehl im Gespräch mit Marie Frering und André Warynski. Übersetzt und mit Anmerkungen von Hubertus Biermann
  • Thomas Eichhorn: Die Milchglas-Witzbolde. Zum Übersetzerduell in ››Piporakemes!‹‹
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Korrekturen & Ergänzungen zum Briefwechsel Schmidt/Wollschläger

Sonntag, 2. Dezember 2018

Bei einem so umfangreichen Band wie dem Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger kann es nicht ausbleiben, dass trotz sorgfältiger Korrektur einige Druck- und andere Fehler stehen geblieben sind. Diese Fehler werden auf dieser Site als work in progress korrigiert, zudem werden kleinere Ergänzungen zum Kommentar nachgetragen.

Korrekturen zu BA, Briefe IV