»Nichtiges Zeug«

Sonntag, 18. April 2021

Der jüngste Sonderband der Zeitschrift ›Text + Kritik‹ widmet sich auf 194 Seiten dem Thema »Ins Archiv, fürs Archiv, aus dem Archiv«. In dem von Michael Töteberg und Alexandra Vasa herausgegebenen Band findet sich auch ein Artikel von Susanne Fischer:

Reste und Ränder. »Nichtiges Zeug« im Nachlass-Archiv Arno Schmidts

Der Text beschäftigt sich, so die Autorin in der ASml,

weniger mit dem Kernbestand […], sondern eher mit dem »Vermischten«, das sich der Kategorisierung entzieht.

›Schwarze Spiegel‹ auf Griechisch

Mittwoch, 14. April 2021

Bei Kichli Publishing ist ›Schwarze Spiegel‹ in der Übersetzung von Giannis Koilyis (Γιάννης Κοιλής) und mit Radierungen von Eberhard Schlotter erschienen (ISBN: 978-618-5461-19-5, 15,00 €). Die Übersetzung ist rund 25 Jahre alt, konnte aber erst jetzt dank finanzieller Unterstützung der Arno Schmidt Stiftung erscheinen. – Webseite des Verlags zu Arno Schmidt.

Kleinere Änderungen bei asml.de

Sonntag, 4. April 2021

Hier wurde ein wenig umgebaut:

  • Für den Kopf der Seite wird jetzt die Schrift Vollkorn von Friedrich Althausen benutzt.
  • Das CSS wurde hier und da angepasst. Das Layout ist allerdings nach wie vor nicht responsiv, auf Smarphones schaut die Site immer noch etwas seltsam aus.
  • Diverse kleinere Korrekturen in der Link-Liste, dem Werk-Verzeichnis und dem Glossar.
  • Das Briefregister verzeichnet jetzt 1601 Briefe.
  • Das Anfang 2020 gestartete Glossar ist inzwischen auf 55 Einträge angewachsen. Zitate werden, soweit möglich, mit der eBA verlinkt, was natürlich am provisorischen Sammelsuriums-Charakter der Einträge nichts ändert.

›Auswüchse des Herzens‹

Freitag, 26. März 2021

Update 30.3.: Friedhelm Rathjen hat die bibliographischen Angaben ermitteln und auch einen Versender ausfindig machen können (ISBN: 978-5-60415-473-1). Die Verlagsangabe »Otto Reichl« ist ein Fehler der automatischen Übersetzung, erschienen ist die Übersetzung bei Otto Rajkhl.

Die Übersetzerin Tatyana Baskakova ist Schmidt-Lesern vielleicht vertraut, hat sie doch etwa ›Brand’s Haide‹, ›Aus dem Leben eines Fauns‹ oder ›Das steinerne Herz‹ ins Russische übersetzt. Für ihre Arbeit bekam Sie im Februar 2020 den Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

In der russischen Zeitschrift ›Троицкий вариант‹ – ich kann kein Russisch und hoffe einfach mal, dass ich mir den Namen richtig zusammengepuzzlet habe – erschien im 2. Juli 2019 ein langes Interview mit ihr, dass auch online verfügbar ist. Hier erzählt Sie auch von Ihrer Übersetzung von Wollschlägers ›Herzgewächsen‹, die anscheinend auf Russisch in einer Mini-Auflage von 150 Exemplaren erschienen ist. Das Übersetzungsverbot – »Die Übersetzung in andere Sprachen ist grundsätzlich untersagt« heißt es im Impressum der 1982 erschienenen Erstausgabe – scheint also nicht mehr zu gelten. Als Verlag wird Otto Reichl genannt, aber das konnte ich nicht nachweisen.

Dank Google Translate kann man das Interview auch dann einigermaßen lesen, wenn man kein Russisch kann. Es gibt zwar lustige Übersetzungspannen – Wollschlägers Roman wird mit ›Auswüchse des Herzens oder das Syndrom des gefallenen Adam. Fragmentbiographie in nicht zufälligen Schrottblättern‹ übersetzt –, aber im Großen und Ganzen lässt sich der Text lesen.

Bargfelder Bote, Lfg. 459–461

Freitag, 19. März 2021

Die aktuelle Lieferung des ›Bargfelder Boten‹ ist mit gut 70 Seiten ungewöhnlich umfangreich und ausschließlich einem einzigen Thema gewidmet: den Zitatquellen in ›Abend mit Goldrand‹. Denen ist zwar schon Günter Jürgensmeier ausgiebigst nachgegangen, aber selbst der intensive Einsatz digitaler Hilfsmittel kann anscheinend nicht verhindern, dass so manches Zitat unentdeckt bleibt. – Inhalt der Lieferung 459–461:

  • Norbert Maibaum: Nachtisch. Paralipomena zu Gustav Schilling, Carl Spindler, Balduin Möllhausen und anderen in ›Abend mit Goldrand‹

Arno-Schmidt-Chronik

Mittwoch, 3. März 2021

Zum 100. Geburtstag Arno Schmidts erschien am 18. Januar 2014 die Lieferung 375–377 des ›Bargfelder Boten‹, die auf rund 100 Seiten eine detaillierte ›Chronik von Leben und Werk‹ Arno Schmidts bietet. Erstellt hat diese wertvolle Arbeit Friedhelm Rathjen, der hier erstmals in einer soliden tabellarischen Auflistung alle bekannten biographischen Daten zu Arno Schmidt minutiös zusammengetragen und dafür rund 100 Quellen ausgewertet hat. Die einzelnen Einträge besitzen zwar keinen Quellennachweis, aber Rathjen ist ein notorisch penibler Arbeiter, und seine Chronik hielt bislang allen Überprüfungen souverän stand.

Vergleichbares gibt es derzeit nicht – bis zum Erscheinen der von der Stiftung seit einer längeren Weile angekündigten Biographie bleibt Rathjens Chronik ein unverzichtbares Nachschlagewerk und eine wichtige Ergänzung der ›Bildbiographie‹ (wer mag, kann diese auch als opulente Ergänzung jener sehen).

Leider ist die Lieferung 375–377 des BB seit einiger Zeit vergriffen, aber nun gibt es gute Nachrichten: Rathjen kündigt eine überarbeitete und erweiterte Fassung im Selbstverlag an (188 Seiten, Hardcover, 17 × 22 cm, 30 Euro). Erweitert wurde die Chronik auch um ein umfängliches Werk-, Personen- und Medien-Register:

Ziel dieser Chronik ist es, möglichst alle zuvor nur verstreut greifbaren Fakten zur Entwicklung Schmidts und seines Werks, soweit sie eine Datierung erlauben, zu komprimieren und nach der Zeitleiste zu sortieren. Mit der Chronik wird Leserschaft und Forschung ein Referenznetz an die Hand gegeben, das es auch erlaubt, eigene Beobachtungen und Thesen leichter und schneller auf ihre Stimmigkeit hin zu überprüfen.

Der Band kann auf Rathjens Seite bei Booklooker bestellt werden.

AS-Bibliographie bis zur 20. Nachlieferung

Donnerstag, 18. Februar 2021

Auf den Webseiten der GASL steht nun Karl-Heinz Müthers große Arno-Schmidt-Bibliographie bis inkl. der 20. Nachlieferung als PDF zum Download bereit (Stand: 11.11.2019, 18.553 Datensätze). Die Nachlieferung kann auch einzeln geladen werden.

1 Hörbuch & 1 Ausstellung

Samstag, 6. Februar 2021

Wie Arno Schmidt Stiftung bei Twitter (und Facebook) kurz notiert, liest derzeit Ulrich Matthes das ZT-Lesebuch als Hörbuch ein. Das Hörbuch soll im Aufbau-Verlag erscheinen, ein Termin wurde noch nicht genannt. Update 10.2.: Inzwischen hat die Stiftung in ihrem Blog als Termin den Herbst genannt; Regie bei den Aufnahmen führt Bernd Rauschenbach, der Herausgeber des Lesebuchs.

Zudem wird im Blog der Stiftung auch auf die Ausstellung »Vom Wert der Kleidung« hingewiesen, die am 3. Dezember in Celle eröffnet und vom Bomann Museum in Kooperation mit der Stiftung veranstaltet wird. Zu den Ausstellungsstücken gehört auch nachgelassene Kleidung von Arno und Alice Schmidt:

Der textile Nachlass von Arno und Alice Schmidt umfasst Stücke aus den 1930er Jahren und der Kriegs- und Nachkriegszeit. Eine so umfangreiche Sammlung der Kleidung eines Paares, die von früher kleinbürgerlicher Ausstaffierung über ärmliche Flüchtlingskleidung bis zu typischen Stücken der 60er und 70er aus dem Versandhandel reicht, hat Seltenheitswert.

Kurzmeldungen

Samstag, 30. Januar 2021

Im ›Sonntagskurier‹, der Sonntags-Ausgabe von des ›Weser-Kurier‹ und der ›Bremer Nachrichten‹ vom 24. Januar findet sich eine kurze Meldung zu Schmidts Bemühungen um die Küster-Stelle St. Jürgen (anscheinend nicht online verfügbar).

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Im ›Westfälischen Anzeiger‹ (und den damit verbundenen diversen Lokal-Zeitungen) weist Ralf Stiftel auf das ZT-Lesebuchs und den Sammelband mit Beiträgen zu ›Zettel’s Traum‹ aus dem ›Bargfelder Boten‹ hin. Der Text ist online abrufbar.

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Der Deutschlandfunk wiederholte ein Gespräch, das Britta Bürger im April 2019 mit Friedrich Forssman geführt hat. Die Sendung kann auf der Website nachgehört werden.

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Carmen Maria Thiel schrieb 2007 ihre Magisterarbeit zum Thema ›Das Urheberrecht und die 68er-Bewegung‹ und legte den Schwerpunkt auf die Raubdrucker-Szene der Zeit (PDF, 92 Seiten). Natürlich geht es auch um den Raubdruck von ›Zettel’s Traum‹ und dessen Rezeption.

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Peter Kock und Björn Ziegert haben sich bei literaturkritk.de über das ZT-Lesebuch unterhalten (nein, Susanne Fischer hat nicht »mit kühner Hand die Auswahl getroffen«, das war der Herausgeber Bernd Rauschenbach).

Website zu Jörg Drews

Sonntag, 17. Januar 2021

In einem undatierten Brief Eberhard Schlotters an Arno Schmidt heißt es:

Becks schrieb […] auch ein Artikel eines C.D.U. Blattes in dem Schmidt als einziger Deutscher mit Weltgeltung bezeichnet wurde, lag dabei.

Schmidt reagierte am 18. August 1963 auf diese Mitteilung und schrieb an Schlotter:

Diese komische CDU=Illustrierte – ich lese das Zeugs, nach unwandelbarer Taktik gar nicht erst; meine Frau sagt, es sei ganz vernünftig, z.T. sogar sehr klug. (Der Verfasser ist übrigens ein gewisser Jürgen Drews aus München : kennt ihn Becks etwa?).

Jürgen heißt natürlich Jörg, und die »CDU=Illustrierte« ist das 1954 gegründete Magazin ›Civis‹, das sich, so die Wikipedia, »als Theorieorgan des RCDS« verstand und in seiner August-Ausgabe 1963 den Aufsatz ›Arno Schmidt: Außenseiter oder Mittelpunkt?‹ von Jörg Drews brachte, der in ÜAS II auf den Seiten 84 bis 91 nachgelesen werden kann. Die von Schlotter erwähnte Formulierung findet sich dort übrigens nicht, wohl aber die Formulierung, Schmidt sei »der bedeutendste deutsche Prosaschriftsteller unserer Zeit.«

Dieser frühe Aufsatz zu Arno Schmidt kann auf der neuen Website joerg-drews.de zwar nicht nachgelesen werden, doch dafür bietet diese von Christiane Heuwinkel aufgebaute Website zu Jörg Drews zahlreiche andere, durchwegs lesenswerte Texte von und über Jörg Drews, darunter natürlich Texte zu Arno Schmidt.

Die informative und auch unterhaltsame Site kann nur nachdrücklich zum Stöbern und, dank Volltextsuche, auch gezieltem Nachschlagen empfohlen werden.