Zürcher Kassette

Der Rechtsstreit zwischen der Arno Schmidt Stiftung und dem S. Fischer Verlag führte dazu, dass die Stiftung zwar keine Einzel-, wohl aber Werkausgaben herausbringen durfte. Sie bereitete daher mit der ›Bargfelder Ausgabe‹ eine verlässliche Gesamtausgabe der Werke Schmidts vor. Um Schmidts Werk bis zum Erscheinen dieser Ausgabe im Buchhandel geschlossen verfügbar zu machen, erschien 1985 mit der ›Zürcher Kassette‹ die erste Ausgabe mit Schmidts erzählerischem Werk bis ›Zettel’s Traum‹. Dabei handelte es sich um eine achtbändige, preiswerte Paperback-Ausgabe, deren Textgestalt allerdings zahlreiche kleinere und nicht ganz so kleine Fehler aufwies (vgl. hierzu BB Lfg. 95–96, S. 3–18).

Die Arno Schmidt Stiftung schrieb zu dieser Ausgabe:

Ziel dieser Interimsausgabe ist es, einem breiten Lesepublikum – vor Erscheinen der Gesamtausgabe – die Texte Arno Schmidts in wohlfeiler und in Typographie und Ausstattung schöner und solider Gestalt zugänglich zu machen. Diese Ausgabe mußte auf Grund extrem kurzer Produktionszeit bei der Textvorlage (mit einer Ausnahme) auf den früheren Taschenbuch-Ausgaben basieren.
Verzeichnis 1985/1986, S. 3

Bei der erwähnten Ausnahme handelte es sich um ›Tina oder über die Unsterblichkeit‹; lt. Gerd Haffmans, dem Verleger der Ausgabe, wurden innerhalb kurzer Zeit rund 22.000 Exemplare verkauft (BB Lfg. 95–96, S. 17).

1988 erschien in ähnlicher Ausstattung die vierbändige ›Zweite Zürcher Kassette‹ mit Schmidts Rundfunk-Dialogen und Essays zur deutschen Literatur. Zur Textgestalt heißt es im Impressum der Ausgabe:

Die Texte erscheinen – soweit bereits in Buchform vorliegend – als vollständiger, vereinheitlichter Neusatz nach den Ausgaben letzter Hand; alle Erstveröffentlichungen folgen Druckvorlagen aus dem Archiv der Arno Schmidt Stiftung. Eindeutige Druck- oder Tippfehler wurden korrigiert.
Zuletzt geändert: 8.3.2020