Scheinbar

Zwischen »scheinbar« und »anscheinend« liegen bekanntlich ganze Bedeutungswelten. Da ist es einigermaßen verblüffend, dass Schmidt diesen Unterschied in seinem Werk immer wieder ignoriert (da er beide Wörter auch oft korrekt benutzt, kann man wohl davon ausgehen, dass ihm der Unterschied durchaus bewusst war). Das »Warum?« erläutert Schmidt nebenbei in einem Brief an Wilhelm Michels vom 10. Februar 1959:

Sie verkennen scheinbar – laut ›Duden‹ anscheinend: aber ich halte mich an die Umgangssprache; bzw. danach, ob ich ein zwei= oder dreisilbiges Wort im Text brauche […].
Zuletzt geändert: 29.2.2020