Mainzer Literaturpreis

Am 27. Oktober 1950 beschloss die Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur, den mit 10.000 DM dotierten Großen Literaturpreis zu gleichen Teilen an Werner Helwig, Hans Hennecke, Oda Schaefer, Heinrich Schirmbeck und Arno Schmidt zu vergeben. Schmidt wurde für seinen ›Leviathan‹ ausgezeichnet; die Verleihung fand am 14. Januar 1951 statt. Zu verdanken hat Schmidt die Auszeichnung wohl Ernst Kreuder, der sich als Juryvorsitzender für ihn eingesetzt hatte. Die Preisrede hielt Alfred Döblin, ebenfalls anwesend war (neben Kreuder) auch Hans Henny Jahn, an den Schmidt am 18. Dezember 1955 schreibt:

Erlauben Sie mir noch, Ihnen zu sagen, daß ich Sie und Alfred Döblin seit meiner Jugend für die weitaus bedeutendsten lebenden Künstler in deutscher Sprache halte. Es war für mich das größte Erlebnis, als ich Sie damals in Mainz für wenige Stunden sehen durfte; und wenn ich auch zu schüchtern war, mich Ihnen direkt vorzustellen, habe ich doch eifrig – vielleicht zu auffällig – auf Ihre Worte am oberen Tischende gelauscht.

Am 31. Dezember 1960 schickt Schmidt ein Exemplar von ›Kaff auch Mare Crisum‹ an Kasimir Edschmid und schreibt dazu:

Sehen Sie die Zusendung, bitte, lediglich als kleine Huldigung eines Mannes an, der 2 Mal in seinem Leben etwas von sich gehalten hat : das 1. Mal, als Alfred DÖBLIN ihm, zusammen mit dem Literaturpreis der Mainzer Akademie, 2.000 Mark in die Hand drückte, (was mir, damals, buchstäblich, das ›Weiterschreiben‹ ermöglicht hat); das 2. Mal, als Kasimir EDSCHMID damit einverstanden gewesen sein muß, daß man meine ›Gelehrtenrepublik‹ zum ›Buch des Monats‹ erklärte.
Zuletzt geändert: 29.2.2020