Rezensionen zum Briefwechsel Schmidt / Wollschläger [6. Update]

Mittwoch, 6. März 2019

Update: 6.3.2019

  • Hartmut Forstmann, ›Literarisches Muskelspiel‹, Herforder Kreisblatt, 16.1.19, auch: OWL, 31.1.19
  • Hans Wolf, ›Grüße von Wigwam zu Wigwam‹, Badisches Tagblatt, 23.2.19 (nicht online)

Stand: 2.3.2019

›Bargfelder Bote‹, Lfg. 429–430

Samstag, 2. Februar 2019

Die Lieferung 429–430 des ›Bargfelder Boten‹ ist erschienen. Inhalt:

  • Gerd Schubert, ›Kleine südatlantische Inselkunde: Inseln für Zauberer. Weitere Bemerkungen zu Arno Schmidts Tristan-da-Cunha=Insel-Felsenburg-»Nachweis«‹
  • Rudi Schweikert, ›Die Meteorprozession über Kanada Zu einem Halbsatz in Arno Schmidts Kurzgeschichte ›Sommermeteor‹‹
  • Friedhelm Rathjen, ›Right out of the screen. Schmidt verfeinert sein Englisch für den ›Faun‹‹
  • Gehört, gelesen, zitiert
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Belphegor

Samstag, 2. Februar 2019

Am 28. Januar 1819 starb Johann Karl Wezel in Sondershausen. Aus diesem Anlass bringt der MDR Auszüge aus seinem Roman ›Belphegor‹, gelesen von Rolf Boysen. Im Anschluss an die 19 Folgen wird am 28. Februar dann Arno Schmidts Wezel-Dialog ausgestrahlt.

Die ›Bargfelder Ausgabe‹ im Internet

Samstag, 19. Januar 2019

Vor gut einem Jahr wurde sie zum ersten Mal von Susanne Fischer in der ASml erwähnt, seit dem 18. Januar 2019, 14.00 Uhr ist sie als Geburtstagsgeschenk online: Die komplette ›Bargfelder Ausgabe‹ im Internet. Dabei handelt es sich explizit nicht um eine digitale Werkausgabe, sondern um ein »elektronisches Findemittel« zur Erschließung der gedruckten Ausgabe.

Geboten wird die Volltextsuche im Textkorpus der BA, wobei (anders als bei der in die Jahre gekommenen ›Bargfelder Ausgabe auf CD‹) nun auch ›Zettel’s Traum‹, die Supplemente und die Briefwechsel mit Andersch, Michels, Schlotter und Kollegen durchsuchbar sind. Der neu erschienene Band Schmidt/Wollschläger ist noch nicht dabei, wird aber wohl nachgereicht werden.

Es werden nicht nur einzelne Begriffe gefunden, sondern auf Wunsch auch unterschiedliche Schreibweisen und nicht direkt aufeinanderfolgende Begriffe. Die Suche lässt sich auf bestimmte Zeiträume und einzelne Werkgruppen bzw. Titel eingrenzen. Die Kombination von mehreren Titeln – also etwa eine Suche in ›Brand's Haide‹, ›Kaff‹ und ›Caliban‹ – ist mir bei einem kurzen Testlauf einmal gelungen, danach nicht mehr, hier scheint es sich um einen Bug zu handeln.

Mit den logischen Operatoren AND, OR und NOT lassen sich komplexere Suchanfragen formulieren, und wem das noch nicht reicht, dem stehen mächtige Regular Expressions zur Verfügung. Wer sich mit den verschiedenen Möglichkeiten vertraut machen möchte, tut gut daran, ein wenig Einarbeitungszeit einzukalkulieren. Je häufiger die Suche benutzt wird, desto besser lernt man ihre Fähigkeiten kennen und desto unverzichtbarer wird dieses großartige Geburtstagsgeschenk der Arno Schmidt Stiftung.

Die Treffer werden auf Scans der Originalseiten angezeigt, wer die Fundstellen in eigene Arbeiten übernehmen möchte, wechselt über ein »Zitieren«-Menü in die Textansicht, in der sich Text und bibliographischen Angaben kopieren lassen. Zudem lässt sich jeder Treffer verlinken.

Ein Buch von Gewicht

Samstag, 22. Dezember 2018

Ein Tweet von Jan Süselbeck warf wieder einmal die Frage auf, wie schwer eigentlich das Monstrum ›Zettel’s Traum‹ ist. Die Gewichtsangabe gehört seit je zum eisernen Bestand der Rezensenten, die sich mit diesem Roman beschäftigen. Schon 1974 notierte Hans-Michael Bock in seiner Presseschau zu ›Zettel’s Traum‹:

Alle Drei führen einen schönen Brauch der ZT-Beschreiber ein: Sie beginnen mit dem Gewicht des Buches; und schon ergeben sich die ersten Diskrepanzen: Drews – 9,5 kg, Schütte – 12 Kilo, Nöhbauer – 20 Pfund. An die Tradition knüpft dann im »Spiegel« Gunar Ortlepp an: Das Buch ist da. Ich habe es gewodngen: Es wiegt 17 Pfund […].
›Potz Geck und kein Ende!‹, in: ›Der Solipsist in der Heide‹, edition text+kritik, München 1974, S. 135

Diese Tradition wurde auch in einer der ersten Rezensionen der Übersetzung von ›Zettel’s Traum‹ gewahrt:

At more than 13 pounds, it is not easy to pick up

schreibt da etwa Steven Norton im ›Wallstreet Journal‹.

Vor ein paar Jahren habe ich meine Ausgaben des Romans spaßeshalber einmal gewogen, diese Messung habe ich jetzt noch einmal wiederholt. Alle Ausgaben wurden inkl. Schuber gewogen:

zettels traum gewogen

3. Auflage = S. Fischer, Frankfurt/M 1977
Stud. = Studienausgabe in 8 Heften, 2. Auflage, S. Fischer, Frankfurt/M. 1986
TB = S. Fischer, Frankfurt/M. 2002
6. Auflage = S. Fischer, Frankfurt/M. 2004
BA = BA IV, 1; Arno Schmidt Stiftung, Bargfeld 2010
BD = ›Bottom’s Dream‹, Dalkey Archive, Victoria etc. 2016

Neuerscheinungen

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Der tschechische Verlag Opus setzt seine Reihe mit Übersetzungen der Werke Schmidts fort. Neu erschienen ist die ›Kamenné srdce‹ (›Das steinerne Herz‹), übersetzt und mit einem Nachwort von Radovan Charvát.


Die Lieferung 429–430 des ›Bargfelder Boten‹ ist erschienen. Inhalt:

  • Reise zum Mittelpunkt. Claude Riehl im Gespräch mit Marie Frering und André Warynski. Übersetzt und mit Anmerkungen von Hubertus Biermann
  • Thomas Eichhorn: Die Milchglas-Witzbolde. Zum Übersetzerduell in ››Piporakemes!‹‹
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Korrekturen & Ergänzungen zum Briefwechsel Schmidt/Wollschläger

Sonntag, 2. Dezember 2018

Bei einem so umfangreichen Band wie dem Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger kann es nicht ausbleiben, dass trotz sorgfältiger Korrektur einige Druck- und andere Fehler stehen geblieben sind. Diese Fehler werden auf dieser Site als work in progress korrigiert, zudem werden kleinere Ergänzungen zum Kommentar nachgetragen.

Korrekturen zu BA, Briefe IV

Arno-Schmidt-Abend in Heidelberg

Sonntag, 28. Oktober 2018

Im Heidelberger Haus der Astronomie können Schmidt- und Mond-Freunde am 24. November einen besonderen Abend erleben. Zuerst liest Bernd Rauschenbach aus ›Kaff auch Mare Crisium‹, anschließend gibt’s den Vortrag ›Von Schmidts Mond-Metaphern zum Kleinplaneten 12211 Arnoschmidt‹ von Ulrich Finkenzeller. Nach einer Pause mit Diskussion und Getränk und, passend, Mondhörnchen, haben die Besucher anschließend Gelegenheit, mit dem Teleskop den Mond und das Mare Crisium selbst zu beobachten.

Informationen des Veranstalters

Neuerscheinungen

Samstag, 20. Oktober 2018

Stanley Ellin, ›Sanfter Schrecken‹
Die Reihe der Übersetzungen Arno Schmidts wird fortgesetzt. Nach Bulwers ›Was wird er damit machen‹ und Faulkners ›New Orleans‹ ist jetzt für April 2019 eine Neuausgabe von Ellins ›Sanfter Schrecken‹ angekündigt.

Bernd Rauschenbach, ›Totengrundgespräche‹
In seinem Bild ›Totengrundgespräche‹ bringt der Maler RWLE Möller Arno Schmidt mit einem Musiker zusammen, mit dem Schmidt garantiert nichts hätte anfangen können, wenn er ihn denn gekannt hätte: Frank Zappa. Bernd Rauschenbach hat zu diesem Bild nun ein Gespräch zwischen Zappa und Schmidt geschrieben: ›Totengrundgespräch. Eine Unterhaltung zwischen Frank Zappa und Arno Schmidt‹, Hannover, Wehrhan 2018, 52 S., 8 €.

»Koloß von Würstchen«

Samstag, 20. Oktober 2018

Am Schluss von ›Sitara und der Weg dorthin‹ findet sich eine berühmt-berüchtigte Formulierung:

[…] auch wenn man die beiden absolut großen Spätwerke ausklammert, bleibt nicht, (wie ich bisher mit Unbehagen gefürchtet hatte), ein bloßes ›armes Würstchen‹, sondern ein förmlicher Koloß von Würstchen!«
BA III, 2, S. 285

Das ist nicht nett, aber hübsch formuliert. Nur – das ist gar nicht von Arno Schmidt. Am 14. Oktober 1962 schrieb Schmidts Verleger Ernst Krawehl an Schmidt:

Der May, wenn ich es recht auffasse, war in mancher Hinsicht natürlich ein furchtbares Würstchen, ein, contradictio, Koloß von Würstchen.
Briefe IV, S. 693