Schmidt und die Mathematik
Wolf-Dieter Krüger macht auf folgenden Fund aufmerksam:
Schriftsteller gleiten eben häufig aus, wenn sie sich aufs Eis der Mathematik wagen: [...] hingegen gehören Lessing, Kleist, Stifter (der Mathematik studiert hatte), Baudelaire, Stendhal, Valérie zu ihren Bewunderern. Auch Robert Musil verstand viel von der »Königin der Wissenschaften«, wie man seinem Roman Der Mann ohne Eigenschaften, besonders Band I (1930), anmerkt; ebenso gehört Arno Schmidt (geb. 1914) dazu, er macht in seinen Erzählungen ziemlich oft kleine Exkursionen in mathematische Bereiche. Eine Probe (aus Schwarze Spiegel I): »Es bleibt immer nachdenklich genug, daß die Menschheit tatsächlich alle drei Geometrien für ihr Weltbild verwendet hat: zu Homers Zeiten die euklidische (Ökumene als Ebene); dann Kosmas, dessen Terrarium eigentlich ein Stück Pseudosphäre repräsentiert, mit dem ‹Berg des Nordens› als Pol, und die auch jahrhundertelang gegolten hat; und endlich die Geoidoberfläche; interessant.«
Helmuth Kracke: Aus eins mach zehn und zehn ist keins. Reinbeck b. Hamburg: Rowohlt 1970 – Das Schmidzitat findet sich BA I/1, S. 203.

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