Wo Schmidts in Darmstadt einkauften

10. August 2016, 10.13 Uhr | Giesbert Damaschke

Bei  Echo online erzählt Klaus Honold von den Geschäften, in denen Schmidts in Darmstadt regelmäßig einkauften. Im Mittelpunkt natürlich das Antiquariat Bläschke. Mit dem von Alice Schmidt verzeichneten „Antiquariat Balbo“ kann Honold allerdings nichts anfangen: „ein Rätsel; im Darmstädter Adressbuch 1955 ist diese Firma nicht verzeichnet.“ Laut Susanne Fischer klärt sich das Rätsel sehr leicht: Balbo „war Schmidts familiensprachliche Bezeichnung für einen Mann mit Bart à la Balbo.“

Bargfelder Bote 401–403

4. August 2016, 11.34 Uhr | Giesbert Damaschke

Die neue Lieferung des BB ist erschienen. Inhalt der 48 Seiten:

  • Andreas Weigel: Seinem Schüler abhanden gekommen. Hans Wollschlägers Erkundungen zu Arno Schmidts wortloser Zurückweisung. Zum Briefwechsel zwischen Alice Schmidt und Hans Wollschläger
  • Ulrich Klappstein: Chrysantheme und Schmetterling
  • Jochen Hengst: Ein Fund: Amélie Godins »›Flora‹. Lieder und Weisen«
  • Kurt Jauslin: Schreiben als Überlebensprogramm (Rez. v. Günter Flemming, Pharos oder von der späten Geburt des Schriftstellers Arno Schmidt)
  • Kai U. Jürgens: Text- & Töpferwaren (Rez. v. Ulrich Klappstein/Heiko Thomsen (Hg.), Tellingstedt & der Weg dorthin)
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

60 Jahre Pornographie und Gotteslästerung

29. Juli 2016, 12.13 Uhr | Giesbert Damaschke

Der absurde Prozess um Schmidts Seelandschaft mit Pocahontas ist jetzt 60 Jahr her. Aus diesem Anlass erzählt Georges Felten in einem lesenswerten Gastbeitrag in der FAZ den Verlauf des Prozesses nach:

Kunst oder Verbrechen?
Vor sechzig Jahren geriet Arno Schmidt ins Visier der deutschen Justiz: Sein Roman „Seelandschaft mit Pocahontas“ stand im Verdacht, Pornographie und Gotteslästerung zu verbreiten.

Bernd Rauschenbach hat in einem Leserbrief an die FAZ darauf hingewiesen, dass der Prozess seinerzeit durch Anzeigen des Erzbistum Kölns ausgelöst wurde. Der Leserbrief ist leider nicht online verfügbar.

Bargfelder Bote 400

27. Mai 2016, 15.42 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Lieferung 400 ist da. Aus Anlass der runden Zahl hat der Verlag der Einzellieferung den ungewöhnlichen Umfang von 40 Seiten spendiert. – Inhalt:

  • Günter Fleming: A-li-ce und Ælis
  • Susanne Fischer: Genie-Assitenz. Einige über Alice Schmidt und ihre Arbeit
  • Andreas Weigel: Wechselhafte Ab-und-Zu-Wendungen. Arno Schmidts Goethepreisrede in Hans Wollschlägers Briefwechsel mit Alice Schmidt
  • Robert Wohlleben: »der kleine Driver vorne lacht sich eins«. Über Lillis Sonettenranz

Ankündigungen

7. Mai 2016, 14.00 Uhr | Giesbert Damaschke

Gleich drei Bücher werden angekündigt:

  • Arno Schmidt. Eine Bildbiographie. Hrsg. von Fanny Esterházy. Mit einführenden Texten von Bernd Rauschenbach. Frankfurt: Suhrkamp 2016. 460 Seiten, ISBN 978-3-518-80400-1, ca. 68,00 Euro. – Angekündigt für den 10. Oktober 2016. – Webseite des Verlags.
  • Arno Schmidt und das 18. Jahrhundert. Hrsg. von Hans-Edwin Friedrich. Mit einer Vorbemerkung von Joachim Kersten. Göttingen: Wallstein 2016. Ca. 536 Seiten, ISBN 978-3-8353-1898-4, ca. 29,90 Euro. – Angekündigt für Oktober 2016.
  • Hans Wollschläger: Annäherungen an den Silbernen Löwen. Lesensarten zu Karl Mays Spätwerk. Hrsg. von Gabriele Gordon. Göttingen: Wallstein 2016. Ca. 367 Seiten, ISBN 978-3-8353-1970-7 , ca. 34,00 Euro. – Angekündigt für August 2016.

Informationen zu den beiden bei Wallstein erscheinenden Büchern finden sich im Herbst-Programm des Verlags auf den Seiten 17 und 86 (Link zur PDF-Datei).

Neues von Mare Crisium (3)

3. Mai 2016, 10.56 Uhr | Giesbert Damaschke

So, die Umbauarbeiten bei mare-crisium.de sind (vorläufig) abgeschlossen. Als letzte Änderung wurde der Kommentarteil neu strukturiert, es lassen sich nun gezielt Kommentare zu bestimmten Seiten abrufen (in 10er-Blöcken). Der Kommentar wird nun sukzessive ausgebaut (aktuell enthält er knapp 250 Einträge), wobei sich sehr wahrscheinlich weitere Umbauarbeiten ergeben werden. Geplant ist etwa noch eine Suchfunktion und die Möglichkeit, thematisch zusammengehörige Kommentare anzeigen zu lassen.

Schmidt und Doderer

3. Mai 2016, 9.38 Uhr | Giesbert Damaschke

Ob Arno Schmidt den älteren Zeitgenossen Heimito von Doderer zur Kenntnis genommen hat, ist unklar. In „Zettel’s Traum“ gibt es zwar eine Handvoll Anspielungen und Namensnennungen, aber ob es sich dabei tatsächlich um Lektüreerträge oder eher zufällige Funde aus anderen Kontexten handelt, ist derzeit noch nicht zu entscheiden. In der Nachlassbibliothek findet sich jedenfalls kein Buch von Doderer.

Aber in der Doderer-Gesellschaft gibt es hinreichend viele Schmidt-Leser, dass Gerald Sommer, Präsident der Doderer-Gesellschaft, auf die Idee kam, für 2017 eine Veranstaltung zu den beiden Autoren zu planen. Wer sich für die Veranstaltung interessiert oder gar Inhaltliches beisteuern kann und mag, der wende sich vertrauensvoll an Gerald Sommer. Die Kontaktdaten finden sich auf der Webseite der Gesellschaft.

Nebenbei: Doderer war eines meiner Prüfungsthemen – aber bislang bin ich nie auf die Idee gekommen, zwischen diesen beiden Lieblingsautoren von mir eine Verbindung zu sehen.

Neues von Mare Crisium (2)

17. April 2016, 18.52 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Arbeiten an der Site mare-crisium.de gehen weiter. Es wurden die bislang nicht berücksichtigten Kaff-relevanten Stellen aus dem Postauto-Band aufgenommen und kleinere Korrekturen vorgenommen. Hinter den Kulissen wurde der Code optimiert und die Umstellung der Datenstrukturen vorangetrieben.

Neues von Mare Crisium

16. April 2016, 11.31 Uhr | Giesbert Damaschke

Auf der seit rund sieben Jahre ruhenden Site mare-crisium.de hat sich endlich mal wieder etwas getan: Die Tagebucheinträge Schmidts zur Entstehung von „Kaff auch Mare Crisium“ wurden neu durchgesehen und ergänzt. Bislang endeten sie mit der Vollendung der Reinschrift, jetzt reichen sie bis zum Erhalt der ersten Belegexemplare und Schmidts Reaktion darauf („und blättern 1 Mal etwas in ‚Kaff‘ – es hat doch noch ungefähr dasselbe Niveau wie die früheren“ – 13. Dezember 1960).

Pagenstecher

24. März 2016, 10.34 Uhr | Giesbert Damaschke

Der Ich-Erzähler in „Zettel’s Traum“ heißt bekanntlich Daniel Pagenstecher. Über Schmidts Namenswahl wurde schon mehrfach spekuliert, jetzt hat Friedhelm Rathjen eine weitere, in der Forschung bislang wohl noch nicht erkannte Bedeutung gefunden:

Rätselhafter wird es schon beim Pagenstecher, dessen heute irritierend erotischen Beiklang sich Arno Schmidt für die Hauptfigur seines Romans „Zettels Traum“ zunutze gemacht hat. Dahinter verbirgt sich jedoch kein homophiler Adeliger, sondern ein Pferdemetzger, ein Abdecker oder jemand, der Hengste kastrierte. Der Wortbestandteil Page kommt vom niederdeutschen Wort Paag, Page „Mähre, altes Pferd“, stechen heißt hier „durch einen Stich töten, schlachten“.

Ob Schmidt diese Bedeutung allerdings gekannt hat, muss erstmal offen bleiben – eine kursorische Recherche in diversen alten Lexika des 19. Jahrhunderts brachte nur Treffer zu diversen Personen namens „Pagenstecher“. Aber das will ja nicht viel heißen.

Update: Wer einmal wissen will, wie Schmidt den Namen ausgesprochen hat, der kann sich dieses kurze MP3 anhören: „er heißt Herr Pagenstecher, Daniel mit Vornamen“ (Ausschnitt aus „Vorläufiges zu Zettels Traum“).