25. August 2010, 16.01 Uhr | Giesbert Damaschke
Vom 1. September bis zum 23. Oktober wird die Foto-Ausstellung „Der Schriftsteller fotografiert: Arno und Alice Schmidt in ihrer Welt“ in der Stadtbibliothek in Braunschweig zu sehen sein. Die Eröffnung ist am 1. September um 19.30 Uhr. – Pressemitteilung der Stadt Braunschweig.
22. August 2010, 13.16 Uhr | Giesbert Damaschke
In letzter Zeit tauchen bei Amazon Bücher eines Verlages namens „Books LLC“ auf, herausgegeben von einer „Bcher Gruppe“. Dabei handelt es sich um eine Schwindelfirma, die frei zugängliche Wikipedia-Artikel zu einem Buch zusammenklebt und verkauft (was übrigens völlig rechtens ist).
Aufgefallen ist mir das erstmals, als der IT-Journalist Detlef Borchers twitterte:
Auf #Amazon-Spam reingefallen und ein Wikipedia-Ausdruck als “Buch” bei Books LLC gekauft. War aber nicht so teuer wie die Brooklyn Bridge.
Jetzt weist Friedhelm Rathjen in der ASml darauf hin, dass man auch mit Schmidt-Artikeln aus der Wikipedia reüssieren will und bei Amazon ein Buch mit dem betörenden Titel:
Arno Schmidt: Jan Philipp Reemtsma, Schwarze Spiegel, Brand’s Haide, Aus Dem Leben Eines Fauns, Bargfelder Bote, Das Steinerne Herz
anbietet – 104 Seiten sollen 22,20 Euro kosten. Auch hier handelt es sich um einen wohl automatisch generierten Wikipedia-Ausdruck.
Dieser „Verlag“ scheint äußert aktiv zu sein. Laut Amazon gibt es von ihm sage und schreibe 5.227 (!) deratiger Titel.
Wie gesagt: das ist rechtens, jeder kann Wikipedia-Artikel für alles mögliche benutzen. Da hilft also nur eins: Finger weg!
16. August 2010, 14.29 Uhr | Giesbert Damaschke
Im Rahmen der zweiten SWR-Literaturnacht findet nicht nur eine Lesung aus „Zettel’s Traum“ statt, es gibt auch ein ZT-Zitat, das als 130 Meter lange Banderole die Schaufenster Schmückt. Susanne Fischer hat einen kleinen Ausschnitt dokumentiert (Foto: Johanna Oster/SWR).
26. Juli 2010, 11.58 Uhr | Giesbert Damaschke
Die gesetzte Ausgabe von „Zettel’s Traum“ wird an verschiedenen Terminen präsentiert. Und zwar:
- 15. Oktober: Berlin (Literaturhaus)
- 18. Oktober: Köln
- 19. Oktober: Karlsruhe
- 18. November: Bonn
- 19. November: Essen
- 23. November: Hamburg
18. Juli 2010, 14.13 Uhr | Giesbert Damaschke
Am 27. August findet von 18.00 bis 24.00 Uhr in Mainz die zweite SWR-Literaturnacht statt, bei der es auch eine Lesung aus „Zettel’s Traum“ geben wird. Das wäre nicht ungewöhnlich, aber diese Lesung wird als Livestream übertragen:
Gelesen wird auch im Schaufenster des Möbelhauses Mondo: Schauspieler, Lektoren, Schriftsteller und Fans tragen aus Arno Schmidts Monumentalwerk „Zettels Traum“ vor, was weltweit im Internet übertragen wird. Der Eintritt ist frei. Informationen und Live-Stream auf www.swr.de/literaturnacht.
17. Juli 2010, 19.05 Uhr | Giesbert Damaschke
In der letzten Zeit bin ich kaum dazu gekommen, mich um dieses Blog zu kümmern. Da ist einiges aufgelaufen, das ich, der Chronistenpflicht genügend, hier einmal rasch zusammenfasse.
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Die Eberhard-Schlotter-Stiftung in Celle bietet derzeit den Band „Eberhard Schlotter & Arno Schmidt. Viele gemEinsame Wege“ für 12,50 Euro (statt 50 Euro) an. Grund: Ein Bild wurde höhenverkehrt eingebunden.
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Zwei neue Sonderlieferungen des Bargfelder Boten sind in Vorbereitung:
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Am 16. Juni (Bloomsday) konnte man in Braunschweig einen Vortrag von Stefan Gradman hören: „Was hätten sie damit gemacht? – James Joyce & Arno Schmidt und das world wide web“. (Quelle.)
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Wie Susanne Fischer mitteilt, wird es im Januar 2011 in der Galerie Parterre in Berlin ein Ausstellungsprojekt verschiedener Künstler zu Arno Schmidt geben. Das Projekt wurde am 24. Juni in Berlin vorgestellt, Bernd Rauschenbach gab eine kurze Einführung in Leben und Werk.
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In der Moskauer Literaturzeitschrift „Inostrannaya Literatura“ 5/2010 erschien eine Übersetzung des „Leviathan“ von Jewgenij Voropaev.
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Winand Herzog hat seine Examensarbeit zur „Gelehrtenrepublik“ aus dem Jahr 1975 kräftig überarbeitet und als veritables Handbuch neu herausgegeben: Keine Experimente! Untersuchungen zu Arno Schmidt: Die Gelehrtenrepublik. Edition paroikia, Mönchengladbach 2010. 424 Seiten, 34,80 Euro. – Im Freitag wurde der Band als „Stück heiterer Forschungsgeschichte“ gelobt.
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In der SZ vom 13.7. besprach Tobias Lehmkuhl unter dem Titel „Sardellenpaste“ das Hörbuch „Verschobene Kontinente“, das am 16.7. auf B5 von Bernhard Jugel als Hörbuch der Woche vorgestellt wurde.
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Stephan Porombka hat seinen Aufsatz „Arno Schmidts Bargfeld.
Warum wir in der Provinz schreiben“ als PDF-Datei ins Netz gestellt.
6. Juli 2010, 16.06 Uhr | Giesbert Damaschke
Update am 15.7.2010: Teil 10. Update am 1.8: Teil 11 und 12; Teil 1 ist nur noch für Abonnenten zugänglich.
Im Herbst ist es endlich so weit, dann soll die gesetzte Ausgabe von Schmidts Romanmonster „Zettel’s Traum“ erscheinen (die Subskription läuft noch bis zum 31. Januar 2011). Jan-Frederik Bandel überbrückt die Zeit bis zum Erscheinen mit einer wöchentlichen Glosse „Warten auf Zettel’s Traum“ in der WochenTageszeitung „Junge Welt“. Neun Teile sind inzwischen erschienen und können im Netz nachgelesen werden. „Nicht mal die eifrigen Arno-Schmidt-Erwähnungsdienste im World Wide Web haben’s bisher vermerkt“, klagt der Autor. Dem helfen wir jetzt aber mal zügig nach:
19. Juni 2010, 11.48 Uhr | Giesbert Damaschke
Die Augsburger Allgemeine zitiert Schmidt und versteht ihn prompt falsch:
Den Text fand er [Händel] bei einem Zeitgenossen, dem Hamburger Ratsherrn Barthold Heinrich Brockes (1680 – 1747) – „Kirchenvater der Naturlyrik“ spöttelte Arno Schmidt über ihn – der in seinem Garten sitzend, mit der Seele hörend, alles was um ihn herum grünte und blühte in den rührendsten Tönen bedichtete […].
Schmidt soll über Brockes gespöttelt haben? Wohl eher nicht. Lesen wird die Stelle rasch im Kontext des Brockes-Essays Nichts ist mir zu klein nach:
Am 22. September, vor 275 Jahren, wurde zu Hamburg BARTHOLD HEINRICH BROCKES geboren, der erste wirkliche Realist und Kirchenvater deutscher Naturbeschreibung.
BA II, 1, 132
Das ist natürlich kein Gespöttel, sondern eines der höchsten Komplimente, die Schmidt überhaupt machen konnte. Anscheinend denkt der Autor der Augsburger Allgemeine, dass Schmidt ein Wort wie „Kirchenvater“ nur negativ meinen könnte.
Wie ein kursorischer Gang durchs Werk – an dieser Stelle rasch einen Toast auf die Bargfelder Ausgabe auf CD! – leichtlich zeigt, ist das natürlich nicht der Fall.
Falls Schmidt nicht tatsächlich die echten Kirchenväter mein, benutzt er das Wort im übertragenen Sinn: Goethe ist der „Kirchenvater deutscher Poesie“ (II, 1, 350; II, 1, 374), Klopstock ein „Kirchenvater verschwommener Teutomanie“ (II, 1, 177), der Astronom Johann Heinrich von Mädler ist einer der „Kirchenväter der MondTopographie“ (IV, 4, 77) und Lews Carroll war für Schmidt bekanntlich der „Kirchenvater aller modernen Literatur!“ (III, 4, 249; III, 4, 317; III, 4, 465).
Also, liebe Augsburger Allgemeine: Nicht überall, wo „Kirche“ dransteht, ist auch „Kirche“ drin.
19. Mai 2010, 14.31 Uhr | Giesbert Damaschke
Es soll sogar Leute geben, die Arno Schmidt als ihren Lieblingsautor nennen. Einzig aus der Angst heraus, von anderen für unterkomplex gehalten zu werden.
(Tina Klopp, Du bist nicht allein! Du bist einer von ihnen, Die Zeit)
16. Mai 2010, 14.42 Uhr | Giesbert Damaschke
Die Werkausgabe Hans Wollschlägers im Wallstein-Verlag wird fortgesetzt. Für Juli ist angekündigt: Der Andere Stoff. Fragmente zu Gustav Mahler, ca. 352 Seiten, ISBN: 978-3-8353-0588-5, ca. 32 Euro.
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Der Verlag kündigt den Band folgendermaßen an:
Zum 150. Geburtstag von Gustav Mahler am 7. Juli 2010 Schriften des leidenschaftlichen Mahler-Enthusiasten Hans Wollschläger
Die Symphonien Gustav Mahlers lernte Hans Wollschläger im unmittelbaren Nachkriegsjahrzehnt kennen – nicht etwa durch Schallplattenaufnahmen oder in Konzerten, sondern durch präzise Imagination beim Lesen der Partituren. Dieses »größte Lese-Erlebnis meines Lebens überhaupt« brachte ihn dazu, sich über zehn Jahre an einer aufführungsreifen Fassung der Fragment gebliebenen Zehnten Symphonie zu versuchen: die Musik Gustav Mahlers sollte Wollschläger sein Leben lang nicht mehr loslassen. Immer wieder zeigte er sich leidenschaftlich-fasziniert von diesem Komponisten, sei es in Essays und Radiobeiträgen, Vorträgen oder auch Rezensionen. So war es auch Wollschläger, der 1989 in einem Aufsehen erregenden Vortrag erstmals eine genaue Textexegese der Mahlerschen Partituren forderte und den Interpretationen des kommerziellen Konzertbetriebs der vergangenen Jahrzehnte, der »Schlamperei der Tradition«, eine furiose Absage erteilte.
Dieser Band enthält – neben allen zu Lebzeiten gedruckten Texten Wollschlägers zu Mahlers Leben und Werk – auch unveröffentlichtes Material aus dem Nachlass, darunter einen frühen Funkessay in der Tradition Arno Schmidts.
Hier bietet sich die Gelegenheit, einen »Mahler-Kenner und Mahler-Enthusiasten von höchstem Karat« (Jens Malte Fischer) kennenzulernen.
(Hinweis von Andreas Weigel)