Alexander Kluge über Arno Schmidt

15. Januar 2014, 12.51 Uhr | Giesbert Damaschke

Im Blog des Suhrkamp-Verlages erscheinen „20 Geschichten für Arno Schmidt“ von Alexander Kluge in zehn Folgen. Die ersten beiden Beiträge sind bereits erschienen.

Ausgerechnet zum Hundertsten …

15. Januar 2014, 11.24 Uhr | Giesbert Damaschke

… fehlt mir die Zeit*, die zahlreichen Artikel und Beiträge zu Arno Schmidt zu sichten und hier zu verlinken. Da bleibt mir nur ein summarischer Überblick:

*„Das ist aber eben das Wesen der Dilettanten, daß sie die Schwierigkeiten nicht kennen, die in einer Sache liegen, und daß sie immer etwas unternehmen wollen, wozu sie keine Kräfte haben.“ (Goethe zu Eckermann, 21. Januar 1827)

Arno Schmidt im „Spiegel“

5. Januar 2014, 12.50 Uhr | Giesbert Damaschke

In der Ausgabe 1/2014 vom 30. Dezember 2013 bringt der Spiegel auf Seite 126 eine Rezension des „Postauto“-Briefbands. Der Text ist leider nur als Ausschnitt im Netz verfügbar. Wenn ich das allerdings richtig sehe, veröffentlich der Spiegel seine Ausgaben nach einer gewissen Zeit komplett auf seiner Website, hier heißt es also: abwarten.

Derzeit verfügbar sind jedenfalls andere umfangreiche Artikel zu Arno Schmidt im Spiegel, wobei Spiegel Online auch gleich eine Themenseite anbietet.

Eine Auswahl (gelegentliche Erwähnungen wurden nicht aufgenommen):

Basteleien für Schmidt-Leser

25. Dezember 2013, 16.18 Uhr | Giesbert Damaschke
Bastelbogen Bargfeld Anziehpuppe Arno Schmidt

ASml-Mitglied Mathias Friedrichs hatte eine hübsche Idee: er hat auf Grundlage eines eigenen Fotos von Schmidts Häuschen in Bargfeld einen Bastelbogen erstellt (PDF). Und jetzt, wo ich darauf hinweisen wollte, dass dieser Bastelbogen die perfekte Ergänzung zu Ralf Zeigermanns „Anziehpuppe Arno Schmidt“ ist: jetzt stelle ich fest, dass ich darauf noch gar nicht hingewiesen habe. Da wird es aber Zeit: Hier entlang, bitte.

„Das ist Unsinn“

21. Dezember 2013, 14.23 Uhr | Giesbert Damaschke

Bei Arte gibt es im Vorfeld der Dokumentation zum 100. Geburtstag ein Interview mit Jan Philipp Reemtsma, in dem es wohl vor allem darum zu gehen scheint, die üblichen Vorurteile zu Schmidt aus dem Weg zu räumen:

ARTE: Ein Kritiker sagte, er bräuchte einen ganzen Schreibtisch an Begleitlektüre, um „Zettel’s Traum“ zu verstehen.

Jan Philipp Reemtsma: Das brauchen Sie bei vielen anderen großen Romanen auch, nämlich dann, wenn Sie ein Studium daraus machen wollen, aber nicht, wenn es um die einfache Lektüre geht. Ich würde Ihnen vielleicht nicht unbedingt raten, mit „Zettel’s Traum“ zu beginnen, wenn Sie Schmidt lesen wollen, sondern mit einem der frühen Romane wie der Nachkriegsgeschichte „Brand’s Haide“ (1951). Trotzdem kann jeder „Zettel’s Traum“ lesen.

ARTE: Sind wir heute wirklich so weit, das Werk von Arno Schmidt zu verstehen?

Jan Philipp Reemtsma: Es ist nur ein von Journalisten mitgeschlepptes Vorurteil, die Literatur von Arno Schmidt sei schwierig. Das ist Unsinn. Schmidt wurde und wird gelesen – von Menschen, die Vergnügen an seinen Büchern haben wie an anderen Büchern auch. Er wird gelesen an Schulen und Universitäten wie andere Autoren auch.

Lesebuch-Rezension in der SZ

7. Dezember 2013, 15.29 Uhr | Giesbert Damaschke

In der Süddeutschen Zeitung vom 6. Januar findet sich ein kurzer Hinweis von Florian Welle auf das von Bernd Rauschenbach herausgegebene Arno-Schmidt-Lesebuch. Da ich die SZ nicht vorliegen habe, weiß ich jetzt nicht, in welchem redaktionellen Umfeld das auftaucht, aber darauf hinweisen kann ich ja trotzdem: Unter Nes=Kaffee=Druck.

Update: Inzwischen habe ich die Ausgabe in der Hand. Die Rezension steht auf Seite 14 unten links in der Rubrik „Neue Taschenbücher“

Prantl empfiehlt Schmidt

1. Dezember 2013, 14.12 Uhr | Giesbert Damaschke

Mich selbst lässt das „Weimar“-Bändchen ja etwas ratlos zurück, aber das sehen andere natürlich anders. Heribert Prantl zum Beispiel, der es in der SZ vom 30.11./1.12. anstelle von DVDs zu Weihnachten empfiehlt, da es „ein so herrliches Büchlein“ sei, „dass man die DVDs mit US-Fernsehserien nicht“ vermisse.

Radiobeitrag: Arno Schmidt und die Medien

25. November 2013, 15.50 Uhr | Giesbert Damaschke

Am 17. Dezember bringt das Nachtstudio in Bayern 2 von 20.03 bis 21.00 Uhr einen Beitrag von Stefan Rieger:

Gespenstische Kommunikation
Arno Schmidt und die Medien

Arno Schmidt war ein Einzelgänger. Vom literarischen Betrieb hat er sich wie von Menschenansammlungen konsequent ferngehalten, nichts war ihm lieber als sein Leben in völliger Zurückgezogenheit. Das heißt aber noch lange nicht, dass Schmidt ein rückwärtsgewandter Technikverächter gewesen wäre, im Gegenteil. Arno Schmidt konnte sich gerade für Medien und ihre Technik sehr begeistern. Gleichzeitig hat er sich gerade in seinen letzten Lebensjahren sehr für paranormale Phänomene interessiert. Welches Verhältnis hatte Arno Schmidt zu den Medien, den technischen wie den paranormalen? Das zeigt Kulturwissenschaftler Stefan Rieger anhand von Arno Schmidts letztem Roman „Julia, oder die Gemälde“ – ein Roman, der Fragment geblieben ist.

Der Beitrag kann auch als Podcast geladen werden.

Arno Schmidt. Das große Lesebuch

24. November 2013, 13.08 Uhr | Giesbert Damaschke

Arno Schmidt Lesebuch CoverWenn ein Buch den Titel „Das große Lesebuch“ besitzt, dann erwartet man nicht unbedingt ein 440-Seiten-Taschenbuch. In diesem Fall hatte der Herausgeber wohl keine Wahl, handelt es sich doch um einen Reihentitel und also um ein Vorgabe des Verlags. Doch der Titel ist auch schon das einzige kleine Ärgernis des Arno-Schmidt-Lesebuchs, auf dessen Cover Arno Schmidt den Leser in ungewohnt entspannter Mimik anlächelt. Bernd Rauschenbach hat eine gelungene Auswahl zusammengestellt, die das gewaltiges Werk in seinen verschiedenen Facetten auf relativ engem Raum abbildet. Auf Kostenproben der „Juvenilia“ wurde dankenswerterweise verzichtet, das Spätwerk und die Funkessays fehlen wohl aus Platzgründen.

Die Anordnung der durchaus sehr unterschiedlichen Texte folgt dabei keiner chronologischen, sondern einer inhaltlichen Ordnung, wobei komplexe und den Einsteiger wohl eher ratlos zurücklassende Texte aus den „Ländlichen Erzählungen“ neben eingängigen Miniaturen aus den „Stürenburg-Geschichten“ stehen.

Die Sammlung gliedert sich in drei Abschnitte. Im ersten Teil finden sich sieben kürzere Texte wie „Verschobene Kontinente“ oder „Seltsame Tage“, aber auch die umfangreichere Erzählung „Pharos oder von der Macht der Dichter“ und vor allem das kunstvolle Kabinettstück „Tina oder über die Unsterblichkeit“.

Es folgen fünf Beispiele für Schmidts essayistisches Werk, darunter „Der Platz, an dem ich schreibe“ und die „Dankadresse zum Goethepreis 1973“.

Nach diesem eher behutsamen Einstieg in den erzählerischen Kosmos Arno Schmidts geht der dritte Teil (der mit  rund 280 Seiten mehr als die Hälfte des Lesebuchs füllt) in die Vollen. Hier finden sich zwar auch, wohl zur Auflockerung, eingängige, kurze Texte wie „Trommler beim Zaren“, „Was soll ich tun“ oder „Die Wasserlilie“, aber es überwiegen die längeren und deutlich komplexeren Erzählungen wie „Schwarze Spiegel“, „Enthymesis oder W.I.E.H.“, „Seelandschaft mit Pocahontas“ und „Goethe und Einer seiner Bewunderer“. Mit „Kühe in Halbtrauer“ und „Die Abenteuer der Sylvesternacht“ finden auch zwei anspruchsvolle Beispiele aus den „Ländlichen Erzählungen“ ihren Platz, in denen sich Thema und Erzählstrategie des verständlicherweise nicht vertretenen Spätwerks ankündigen.

Eingerahmt wird die Prosa-Auswahl durch zwei Gedichte („Ich habe mich dem Leben nie verweigert“ und „Hundstagsspaziergang“), ein knapper Abriss von Arno Schmidts Leben und Textnachweise bilden den Anhang.

Vermutlich würde jeder Schmidt-Leser eine jeweils andere Auswahl und eine andere Zusammenstellung wählen, aber Bernd Rauschenbach hat die fast unmöglich scheinende Aufgabe, Schmidts Werk für neugierige Leser zugänglich zu machen, deren Schmidt-Kenntnisse vor allem aus Feuilleton-Gerüchten bestehen, mit Bravour bewältigt.

Wenn Sie in Zukunft gefragt werden, was man von Schmidt denn lesen sollte, um einen Zugang zu dem völlig zu Unrecht als „schwierig“ verschrieenen Autor zu bekommen: dann drücken Sie den Fragenden einfach dieses Lesebuch in die Hand. Damit können Sie nichts falsch machen.

Arno Schmidt. Das große Lesebuch. Hrsg. v. Bernd Rauschenbach. Frankfurt/M.: Fischer 2013. 445 Seiten. ISBN 978-596-90555-3. 9,99 Euro.

Arno Schmidt im Fernsehen

23. November 2013, 16.22 Uhr | Giesbert Damaschke

Arte bringt am 15. Januar um 22.30 Uhr einen Film von Oliver Schwehm über Arno Schmidt: „Mein Herz gehört dem Kopf“. Anschließend ist der Film sieben Tage lang über die Mediathek von Arte abrufbar.