Der Literaturnobelpreis

23. April 2018, 19.27 Uhr | Giesbert Damaschke

Die schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, macht derzeit ja mit eher unschönen Geschichten von sich reden. In der FAZ nimmt Tilman Spreckelsen das Geschehen zum Anlass, um an einen schönen Text Arno Schmidts zu erinnern:

Stigma der Mittelmäßigkeit
Eine Reform? Oder gleich eine neue, internationale Jury? Mitten in der Krise der Schwedischen Akademie fehlt es nicht an Vorschlägen, wie die Vergabe des Literaturnobelpreises neu gestaltet werden könnte. Dabei gab es schon 1955 gute Ideen.

Bargfelder Bote Lfg. 422

21. April 2018, 13.21 Uhr | Giesbert Damaschke

Lieferung 422 des ›Bargfelder Boten‹ ist erschienen. Inhalt:

  • Thomas Eichhorn: Der Schemen des Ulysses. Zu ›Die Abenteuer der Sylvesternacht‹
  • Friedhelm Rathjen: »Nebelkocherei im Walde« (Rez. zu Alice Schmidts TB 1948/1949)
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Kein neuer ›Ulysses‹ [3. Update]

4. März 2018, 14.01 Uhr | Giesbert Damaschke

Update 27.3.
In der NZZ macht Hans Walter Gabler einen Kompromiss-Vorschlag:
Rettet den deutschen «Ulysses»

Update 18.3.
Inzwischen hat sich auch Gabriele Wolff ausführlich zu Wort gemeldet: Fake News oder wie ich zur Witwe von Hans Wollschläger wurde.

Update 6.3.
Im Blog des Suhrkamp-Verlags finden sich zwei Beiträge von Harald Beck, die an konkreten Beispielen erläutern, warum eine Revision von Wollschlägers Übersetzung wünschenswert ist:


Seit 10 Jahren arbeitet man bei Suhrkamp an einer revidierten Fassung des von Hans Wollschläger übersetzten ›Ulysses‹, die jetzt aus urheber­rechtlichen Gründen nicht erscheinen wird. Suhrkamp hat schlicht verschlampt, die Erben Wollschlägers zu fragen:

Mondamin

25. Februar 2018, 14.17 Uhr | Giesbert Damaschke

In der Erzählung ›Großer Kain‹ heißt es über eine Figur, sie sei als »›Lückenbüßer‹ an einer der größten Zeitungen« tätig und müsse sich dort um »den ›Briefkasten‹« kümmern:

zu 90% fingiert, zu 10% wirklich=idiotische Erkundigungen von ›Lesern‹ […] ›Woher stammt das Wort MONDAMIN?‹ (Und die stoisch=irrsinnige Antwort: »E. Kr. in D. – Aus dem Indianischen; ›Korn des Großen Geistes‹, gleich Mais. Ihr Freund hat also seine Wette gewonnen.«).

Das klingt erfunden und parodierend (und sorgt bei Lesungen wohl immer wieder für einen Lacher), ist es aber wahrscheinlich gar nicht, sondern vermutlich wieder mal ein Zitat.

Zum einen: In der Wikipedia kann man erfahren, dass »Mondamin« in der Tat indianischen Ursprungs ist:

Am 29. Januar 1896 wurde beim Deutschen Markenamt die Wortmarke Mondamin […] eingetragen.[…] Der Name selbst wurde vom Wort für »Mais« in der Sprache der Ojibwa (monda(u)min) entlehnt […]. Der Sage nach war der Gott Mondamin der Freund der Menschen. Er starb im Kampf gegen den sagenhaften Häuptling Hiawatha, aus seinem beerdigten Körper wuchsen Maispflanzen.

Zum anderen: Der ›Briefkasten‹ war eine ständige Rubrik im ›Deutschen Hausschatz‹ – eben jener Zeitschrift, in der Unmengen an May-Romanen in Fortsetzungen erschienen –, in der die Redaktion anonymisierte Leserfragen exakt in dem Stil der Erzählung beantwortet hat.

Wenn die Marke Ende Januar 1896 eingetragen wurde, dann, vermute ich mal, dürfte »Mondamin« so ab Mitte 1896 im deutschen Sprachraum einigermaßen bekannt gewesen sein.

Ich halte es daher für mehr als wahrscheinlich, dass im 23. Jahrgang (Mitte 1896/Mitte 1897) des ›Deutschen Hausschatz‹ (den Schmidt besaß) exakt die von Schmidt gebrachte Frage samt Antwort steht (vermutlich mit anderem Adressaten, der bei Schmidt natürlich auf »Ernst Kreuder, Darmstadt« anspielt). 1896/1897 ist übrigens der Jahrgang, in dem im ›Hausschatz‹ der Vorabdruck von Mays ›Im Reiche des silbernen Löwen‹ beginnt – und mit May und speziell diesem Roman hat sich Schmidt zur Zeit der Niederschrift der Erzählung (Oktober 1961) intensiv beschäftigt.

Diese Vermutung müsste man jetzt einfach mal zu verfizieren versuchen. Aber dafür habe ich aktuell leider keine Zeit, also stell’ ich sie hier einfach mal in den Raum.

GASL-Tagung 2018

21. Februar 2018, 19.08 Uhr | Giesbert Damaschke

Die 33. Jahrestagung der GASL findet vom 5.–7. Oktober in Ulm statt. Tagunsgort ist das Haus der Begegnung (HdB) in Ulm.

Neuer Prospekt der Stiftung

21. Februar 2018, 19.06 Uhr | Giesbert Damaschke

Prospekt Arno Schmidt Stiftung Zur Buchmesse in Leipzig (15.–18. März) gibt es einen neuen Prospekt der Arno Schmidt Stiftung (›Sein Werk im Suhrkamp Verlag. Die lieferbaren Bücher 2018‹). Er umfasst 34 Seiten und stellt als Neuerscheinungen den für Oktober angekündigten ›Briefwechsel mit Hans Wollschläger‹ (2 Bände, ca. 1200 Seiten, ca. 78 Euro) und die demnächst erscheinenden ›Tagbücher der Jahre 1948/49‹ (216 Seiten, 32 Euro) vor. Dem Prospekt liegt ein Plakat zum Briefwechsel bei. Der Prospekt kann (auch als PDF) bei der Stiftung angefordert werden: info@arno-schmidt-stiftung.de.
Foto: Arno Schmidt Stiftung

Eine knappe Stunde über Schmidt

1. Februar 2018, 13.50 Uhr | Giesbert Damaschke

Friedhelm Rathjen weist in der ASml auf einen Filmbeitrag über Arno Schmidt hin:

Der Filmemacher Wolfgang Jost stellt seit einiger Zeit eine ganze Serie über die Heide her, seinen »Heidekomplex«. Eben ist der 8. Teil fertig und kann bei YouTube komplett angesehen werden. Der Schmidt-Teil beginnt bei 56:20. Der darin ausführlicher interviewte »Literaturwissenschaftler« [das ist: Friedhelm Rathjen] schießt leider einen dicken Bock, wenn er den Beginn der ZT-Niederschrift auf 1966 datiert und errechnet, die Niederschrift habe zweieinhalb Jahre gedauert; es ging tatsächlich schon 1965 los, folglich waren es dreieinhalb Jahre.

Personalwechsel bei der Arno Schmidt Stiftung

31. Januar 2018, 12.24 Uhr | Giesbert Damaschke

Eine Mitteilung der Arno Schmidt Stiftung:

Bernd Rauschenbach, der langjährige geschäftsführende Vorstand der Arno Schmidt Stiftung in Bargfeld, tritt am 1.2.2018 in den regulären Ruhestand, wird aber der Stiftung weiterhin u.a. als Editor und Rezitator zur Verfügung stehen. Seine Nachfolgerin ist Susanne Fischer, die bereits seit 2001 Geschäftsführerin ist. Ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin wird ab September 2018 Michaela Nowotnick von der Berliner Hunboldt-Universität sein. Ebenfalls am 1.2. tritt Petra Satow-Rauschenbach in den regulären Ruhestand, zuständig u.a. für das Zeitungs- und Fotoarchiv der Stiftung, sowie für Führungen durch das Schmidt’sche Haus. Ihre Nachfolgerin ist Nina Wittemer.

Georg Klein bekommt das Arno-Schmidt-Stipendium

18. Januar 2018, 18.19 Uhr | Giesbert Damaschke

Alle zwei Jahre vergibt die Arno Schmidt Stiftung ein Autoren-Stipendium, das aktuell mit  48.000 Euro dotiert ist.  Der Stipendiat für 2018/2019 ist Georg Klein. Aus dem Blog der Stiftung:

In Kleins fiktionaler Prosa finden sich immer wieder die Spuren einer fruchtbaren und intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk Schmidts. Klein malt in seinen Texten die Zukunft der menschlichen Gesellschaft mit humaner Skepsis und versäumt es dabei nie, auch die Positionen und Diagnosen seiner Erzähler zu hinterfragen.

Übersetzungen

7. Januar 2018, 12.32 Uhr | Giesbert Damaschke

Dafür, dass Schmidt mitunter als unübersetzbar gilt, wird sein Werk doch recht häufig übersetzt. In den letzten Monaten sind folgende Übersetzungen erschienen:

  • Republika učenců (tschechische Übersetzung von ›Die Gelehrtenrepublik‹ von Michaela Jacobsenová; Opus, Januar 2018)
  • Leviatã | Espelhos Negros (portugiesische Übersetzung von ›Leviathan‹ und ›Schwarze Spiegel‹ von Mario Gomes; abysmo, Oktober 2017)
  • Ничейного отца дети (russische Übersetzung von ›Nobodaddys Kinder‹ von Tatjana Baskakova; Ivan Limbach, September 2017)

Noch drei ergänzende Links: