6. Mai 2012, 15.36 Uhr | Giesbert Damaschke
Im Katalog Literatur des Autographenhauses Stargardt finden sich als Posten 243 zwei Briefe und eine Postkarte Arno Schmids an „den Gymnasiallehrer Günter Waldmann in Moers, der seine Schüler mit Schmidts Werk bekannt machen wollte“. Die Briefe sind vom 28. Juni 1955 und vom 6. März 1956, die Postkarte vom 19. November 1956. Briefe und Postkarten werden im Katalog (teilweise) transkribiert, Der Brief vom 6. März 1956 als Faksimile abgebildet. Kostenpunkt: 2.000 Euro, mit dem Vermerk: „Autographen von Arno Schmidt sind sehr selten im Handel“.
Der Katalog steht als PDF-Datei bereit.
26. April 2012, 16.10 Uhr | Giesbert Damaschke
Für Mai/Juni bzw. Frühjahr 2012 kündigt Aisthesis an:
Ulrich Klappstein: ›Nordlichter‹
Theodor Däubler im Werk Arno Schmidts. Aisthesis 2012. ISBN 978-3-89528-926-2. Ca. 120 Seiten. 19,80 Euro.
Georges Felten: Explosionen auf weiter Flur
Narration, Deskription und ihre ästhetisch-politischen Implikationen in zwei Texten von Arno Schmidt und Peter Weiss. Aisthesis 2012. ISBN 978-3-89528-921-7. Ca. 620 Seiten. 48,00 Euro.
23. April 2012, 11.48 Uhr | Giesbert Damaschke
Aus der Allgemeinen Zeitung, Rheinhessen:
Amüsant gibt er [Andreas Wagner] zwischen Leseproben aus seinem neuen Roman „Hochzeitswein“ tiefe Einblicke ins Leben auf einem rheinhessischen Dorf […] und liest schmunzelnd eine Passage aus Arno Schmidts Buch „Die Umsiedler“ („Wundern Sie sich nicht, dass das komisch klingt. Arno Schmidt schreibt komisch.“), in der es heißt: „Die Rheinhessen sind gar keine Menschen. Sie sind Bauern.“ Er sei sehr erleichtert gewesen, dass Schmidt da nicht von seinem Heimatort Essenheim, sondern von Gau-Bickelheim geschrieben habe…
Gemeint ist wohl folgende Stelle (BA I/1, 289):
»Nich ärgern,« sagte mir Katrin unerschütterlich, »das sind doch gar keine Menschen. Sind doch Bauern.«
11. April 2012, 16.41 Uhr | Giesbert Damaschke
Im Juni soll erscheinen:
Guido Erol Öztanil: »Stumme Lichtzeichen«. Arno Schmidt und das Kino
Wehrhahn 2012. ISBN 978–3–86525–266–1. 800 Seiten, ca. 300 Abbildungen. 39,80 Euro.
Aus der Verlagswerbung:
»A[rno] war begeistert«, notierte Schmidts Frau nach dem Kinobesuch von René Clairs Unter den Dächern von Paris (1930) in ihrem Tagebuch.
Die dokumentierte Begeisterung steht im Widerspruch zur allgemein herrschenden Vorstellung von Arno Schmidt als ein die Kinematographie verachtender Schriftsteller, der das Amüsement vermeintlich trivialer Leinwandprojektionen vehement ablehnte. Vorliegendes Buch korrigiert diese Ansicht und lässt einen Autor hervortreten, der schon früh in den Bann der bewegten Bilder geriet und über drei Jahrzehnte hinweg sporadisch in die Welt des Kinos eintauchte.
[…]
»Stumme Lichtzeichen« vereinigt biographische Forschung, Wahrnehmungs- und Kulturgeschichte, Filmarchäologie und Literaturwissenschaft, ist mit seinen zahlreichen Standbildern, Filmprogrammen, Plakaten, Annoncen und Starpostkarten eine opulent ausgestattete Kino-Publikation.
21. Februar 2012, 2.31 Uhr | Giesbert Damaschke
Was wäre Ihre erste Maßnahme, wenn Sie Staatsoberhaupt in der Bundesrepublik würden?
Abdanken.
Arno Schmidts Antwort auf eine Rundfrage der Schwäbischen Donau-Zeitung 1959/1960; zitiert nach BA Sup 2, S. 201
16. Januar 2012, 14.22 Uhr | Giesbert Damaschke
Wer sich Arno Schmidts Häuschen in Bargfeld ansieht, der wird wohl kaum auf die Idee gekommen, es zu den „schönsten Häusern der Welt“ zu zählen. Doch das sieht man beim Hochglanzmagazin „AD Architectural Digest” wohl anders. Denn AD zeigt laut Untertitel „die schönsten Häuser der Welt“ und bringt in der Februar-Ausgabe folgenden Artikel von Michael Maar:
Hinter der Fassade
In einem winzigen Refugium in der Lüneburger Heide schuf der Schriftsteller Arno Schmidt seine Sprachwelten
Es muss da wohl eher um die inneren Werte gehen. – So sieht es übrigens aus, das Haus:

Arno Schmidts Haus in Bargfeld. Foto: Giesbert Damaschke, April 2003
29. November 2011, 16.27 Uhr | Giesbert Damaschke

Fast hätte ich den obligatorischen Hinweis auf diese Neuerscheinung vergessen:
Arno Schmidt als Fotograf. Entwicklung eines Bildbewusstseins. Hrsg. Janos Frecot. Vorwort von Jan Philipp Reemtsma. Texte von Janos Frecot, Gabriele Kostas, Rainer Stamm und Thomas Weski. Gestaltung von Verena Gerlachl. Deutsch / Englisch. Hatje Cantz 2011. 160 Seiten, 64 Abbildungen, davon 40 farbig. ISBN 978-3-7757-3149-2. 29,80 Euro.
Aus der Verlagsankündigung:
Arno Schmidt (1914–1979) ist nicht nur einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts – er schuf nebenbei auch ein fotografisches Werk, das seit den Publikationen und Ausstellungen ab 2003 mehr und mehr das Interesse der an Kunst und Fotografie interessierten Öffentlichkeit findet.
Seine Aufnahmen zeigen Orte, die er an Schauplätzen geplanter Erzählungen aufnahm; die meisten dokumentieren jedoch die norddeutsche Heidelandschaft um seinen Wohnort Bargfeld. In seinen Fotografien verwandelt er die Räumlichkeit der realen Landschaft in Farb- und Strukturflächen, die auf der Ebene des fotografischen Bildes Harmonie und Ausgewogenheit ausstrahlen. Mit seinem »gestaltenden Blick« gelingt es ihm immer wieder, aus unscheinbarsten Alltagsdingen wie einer Schubkarre und einem Wasserschlauch eindrucksvolle Stillleben zu generieren. Die Publikation untersucht dieses künstlerische Nebenwerk aus unterschiedlichen Perspektiven.
Auf der Verlagswebseite kann man ein wenig in einer verkleinerten Version des Buches blättern und sich eine Handvoll Bilder aus dem Pressebereich laden.
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22. Oktober 2011, 20.47 Uhr | Giesbert Damaschke
Verschwunden & wieder aufgetaucht
Am 11. Oktober wusste Bernd Rauschenbach den Lesern der ASml schlimme Dinge zu berichten:
Seit 1984 zeigen wir, nach Voranmeldung, Einzelbesuchern und Gruppen das Schmidtsche Wohnhaus. 27 Jahre lang ist bei diesen Führungen nichts gestohlen worden. […]
Jahrzehntelang lag auf der Wieland-Ausgabe im Regal über Schmidts Schreibtisch ein postkartengroßes Kartonstück, auf dem ein s/w-Fotodruck von Wielands Grab und ein getrocknetes Efeublatt geklebt sind; mit Tinte beschriftet in Schmidts Vorkriegs-Handschrift: “Gepflückt von / Wielands Grab / im Mai 1939 / Arno Schmidt” (abgebildet in “WuHi?” S. 124)
Dieses Kartonstück liegt dort nicht mehr. Es muß, wie wir vorhin bemerkten, in den letzten Wochen gestohlen worden sein.
Rauschenbach war über den Missbrauch des Vertrauens, das die Stiftung jedem Besucher entgegenbringt, merklich deprimiert und redete, in der Hoffnung, er könne ihn über die ASml erreichen, dem Dieb ins Gewissen:
Sollte also (ich weiß, es ist unwahrscheinlich) einem ASML-Teilnehmer zu Ohren kommen, wo sich das entwendete Stück befindet, wäre es schön, wenn er versuchen könnte darauf einzuwirken, daß uns das Stück (anonym und gut verpackt) zurückgegeben wird.
Und das Wunder geschah: eine Woche später, am 19. Oktober, erreichte folgende Jubelmail die Liste:
O happy day !
Ich weiß zwar nicht, wie es dazu gekommen ist – – – aber das Efeublatt ist wieder in Bargfeld. Ein anonymer Entwender ist zum anonymen Rücksender geworden. Schmidt-Leser sind eben doch gute Menschen.
22. Oktober 2011, 11.52 Uhr | Giesbert Damaschke
Unter dem schmeichelhaften Titel „Der Schriftgott aus Kassel“ findet sich in der Juli-Ausgabe von „Literaturen“ ein Portrait Friedrich Forssmans, das jetzt auch online nachgelesen werden kann.
22. Oktober 2011, 11.46 Uhr | Giesbert Damaschke
Pünktlich zu Buchmesse ist der im April angekündigte nächste Tagebuchband Alice Schmidts erschienen.
Alice Schmidt: Tagebuch aus dem Jahr 1956. Hrsg. v. Susanne Fischer. Frankfurt: Suhrkamp 2011. ISBN 978-3-518-80330-1. 216 Seiten mit 2 CDs. 28 Euro. (Versandkostenfrei bei Amazon bestellen
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Aus der Verlagsankündigung:
Nach langen Wanderjahren als Kriegsflüchtlinge hatten sich Arno und Alice Schmidt 1956 in ihrem neuen Wohnort Darmstadt etabliert. Der Maler Eberhard Schlotter und Schriftstellerkollegen wie Ernst Kreuder und Kasimir Edschmid zählten zu ihrem Freundes- und Bekanntenkreis – es war Arno Schmidts geselligste Zeit. Der Autor ließ sich sogar zu seiner einzigen öffentlichen Lesung aus seinen Werken überreden. [… ]Dem Band beigelegt ist eine CD mit der Aufnahme der einzigen öffentlichen Lesung Arno Schmidts am 18. Februar 1956 in der Waldschule Kronberg.
Im Anhang finden sich außerdem zwei lesenswerte Berichte Roland Schmids (Karl-May-Verlag) über Gespräche mit Arno Schmidt.
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Ebenfalls neu zur Buchmesse: Ein neues, schön gemachtes Gesamtverzeichnis der Werke Arno Schmidts im Suhrkampverlag (A5, 36 Seiten, mit vielen Fotos).