Rezensionen der Bildbiographie

3. Dezember 2016, 16.34 Uhr | Giesbert Damaschke

Leider hab ich keine Zeit, die (ganz hervorragende) »Bildbiographie« so ausführlich vorzustellen, wie es der Band verdient hat. Aber das muss ich auch gar nicht, es gibt bereits Rezensionen, denen ich mich der Einfachheit halber anschließe:

Pur(t)zel

3. Dezember 2016, 16.20 Uhr | Giesbert Damaschke

Am 1. Mai 1955 bekommt Minka, die Katze von Schmidts Nachbarn und Vermietern Neises in Kastel, vier Junge; eines davon behalten Schmidts – es ist ihre erste Katze. Am 10. Mai notiert Alice Schmidt in ihrem Tagebuch: »Ob wir’s Purtzel nennen?«, am 15. Mai hat man sich entschieden:

Purzel (so heißt er jetzt endgültig: kurfürstl. Hann. Salzgegenschreiber Purzel)

Purzel taucht immer wieder in Schmidts Briefen und Alice Schmidts Tagebüchern auf, wobei die Schreibweise des Namens zwischen »Purzel« und »Purtzel« schwankt. Am 25. Januar 1959 hat man sich wohl endgültig festgelegt – an diesem Tag schreibt Schmidt an seinen Verleger Ernst Krawehl:

Auszug Brief Arno Schmidt Ernst Krawehl
(Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Arno Schmidt Stiftung.)

Die Katze begleitet Schmidts nach Bargfeld, wo sie am 5. Januar 1962 stirbt. Schmidt an Eberhard Schlotter, 19. Januar 1962:

Bei uns ist leider unser Purtzel am 5. gestorben – es ist immer schade um soviel Buntheit & Lustigkeit; (in einem kinderlosen Haushalt half er eben doch ›da=sein‹!). Also herrscht ausgesprochen Halbmast im Hause Schmidt.

Übrigens: Auch wenn Arno und Alice Schmidt in Bezug auf Pur(t)zel immer wieder von »er« reden – es war eine Katze, kein Kater.

Neuauflage von Schmidts Faulkner-Übersetzung

10. November 2016, 8.17 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Neuauflagen von Schmidts Übersetzungen wird fortgesetzt. Und zwar mit:

William Faulkner: New Orleans. Skizzen und Erzählungen. Mit einem Vorwort von Carvel Collins. Deutsch von Arno Schmidt. Im Anhang Arno Schmidts Erzählung ›Piporakemes!‹. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Bernd Rauschenbach.

Als Erscheinungstermin wird der 6. März genannt, als Preis ca. 22 Euro. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite des Verlags.

Zwei Vorstellungen von »Bottom’s Dream«

10. November 2016, 8.08 Uhr | Giesbert Damaschke

Die englische Übersetzung von »Zettel’s Traum« wird in zwei gewichtigen englischsprachigen Medien – nun, besprochen kann man nicht wirklich sagen, also –: vorgestellt:

Neuer Arno-Schmidt-Prospekt

29. September 2016, 13.30 Uhr | Giesbert Damaschke

schmidt-prospekt-2016-1Zur Buchmesse erscheint ein neuer Prospekt der lieferbaren Bücher Arno Schmidts („Sein Werk im Suhrkamp Verlag. Die lieferbaren Bücher 2016“). Der Prospekt umfasst 36 Seiten und stellt insbesondere die Bildbiographie auf sechs Seiten, Bottom’s Dream auf vier Seiten vor. Auf den Webseiten des Suhrkamp-Verlags hab ich ihn jetzt noch nicht gefunden (dort gibt es noch die PDF-Version des letztjährigen Verzeichnisses), er kann aber bei der Arno Schmidt Stiftung gedruckt und als PDF angefordert werden. Adresse: info@arno-schmidt-stiftung.de.

Bottom’s Dream

26. September 2016, 13.36 Uhr | Giesbert Damaschke

Arno Schmidt Bottoms DreamDie englische Übersetzung von „Zettel’s Traum“ ist schon seit einiger Zeit zu haben, aber erst vor wenigen Tagen kam sie offiziell in den Handel:

Bottom’s Dream. Tranlated by John E. Woods. Dalkey Archive 2016. ISBN: 978-3-518-80900-6

Auf der Webseite des Verlags gibt es zwar noch keine Informationen zu dem Buch, aber immerhin ein Interview mit dem Übersetzer.

Da es sich um eine US-Ausgabe handelt, greift hier die deutsche Preisbindung nicht [Update: Das stimmt nicht, s. Kommentar von Friedhelm Rathjen]. Suhrkamp gibt den Preis mit „ca. 78,00 €“ an, bei Amazon kostet es aktuell 54,23 € an, Amazon in den USA möchte 46,61 US-Dollar, und bei Buch.de bekommt man es für 66,50 €. Bei dem Preis – der sich bei Amazon jederzeit ändern kann – ist klar, dass die Ausgabe kräftig subventioniert wurde, im Impressum heißt es dann auch:

Partially funded by a grant by the Illinois Arts Council, a state agency, and the Arno Schmidt Stiftung.

Die Übersetzung folgt der deutschen Ausgabe bis ins Detail – sie hat nicht nur das gleiche Format, sondern ist sogar seitenidentisch (wie man das bei einer Übersetzung hinbekommt, ist mir völlig schleierhaft). Aus dem „Afterword“ von John E. Woods:

I also had an additional task beyond that of translator, for I served not only as Übersetzer (translator) bus also as Setzer (typesetter). Placed side by side each page of the book you have before you is a mirror image of the Bargfeld edition of Zettel’s Traum (Suhrkamp, 2010).

Die erste Rezen… ne, der erste ausführliche Hinweis findet sich kurioserweise ausgerechnet beim Wall Street Journal:

The Season’s Biggest Novel Has 1.3 Million Words and Outweighs a Bowling Ball

Wenn dieser Artikel typisch für die folgenden sein sollte, dann können wir wohl davon ausgehen, dass in den USA die Rezeption von „Bottom’s Dream“ ähnlich verlaufen wird wie die von „Zettel’s Traum“ hierzulande.

Die Bildbiographie im Video

16. September 2016, 10.53 Uhr | Giesbert Damaschke

Die große Bildbiographie zu Arno Schmidt soll am 10. Oktober erscheinen. Schon jetzt zeigt Suhrkamp in einem Video, was uns da erwartet:

Wo Schmidts in Darmstadt einkauften

10. August 2016, 10.13 Uhr | Giesbert Damaschke

Bei  Echo online erzählt Klaus Honold von den Geschäften, in denen Schmidts in Darmstadt regelmäßig einkauften. Im Mittelpunkt natürlich das Antiquariat Bläschke. Mit dem von Alice Schmidt verzeichneten „Antiquariat Balbo“ kann Honold allerdings nichts anfangen: „ein Rätsel; im Darmstädter Adressbuch 1955 ist diese Firma nicht verzeichnet.“ Laut Susanne Fischer klärt sich das Rätsel sehr leicht: Balbo „war Schmidts familiensprachliche Bezeichnung für einen Mann mit Bart à la Balbo.“

Bargfelder Bote 401–403

4. August 2016, 11.34 Uhr | Giesbert Damaschke

Die neue Lieferung des BB ist erschienen. Inhalt der 48 Seiten:

  • Andreas Weigel: Seinem Schüler abhanden gekommen. Hans Wollschlägers Erkundungen zu Arno Schmidts wortloser Zurückweisung. Zum Briefwechsel zwischen Alice Schmidt und Hans Wollschläger
  • Ulrich Klappstein: Chrysantheme und Schmetterling
  • Jochen Hengst: Ein Fund: Amélie Godins »›Flora‹. Lieder und Weisen«
  • Kurt Jauslin: Schreiben als Überlebensprogramm (Rez. v. Günter Flemming, Pharos oder von der späten Geburt des Schriftstellers Arno Schmidt)
  • Kai U. Jürgens: Text- & Töpferwaren (Rez. v. Ulrich Klappstein/Heiko Thomsen (Hg.), Tellingstedt & der Weg dorthin)
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

60 Jahre Pornographie und Gotteslästerung

29. Juli 2016, 12.13 Uhr | Giesbert Damaschke

Der absurde Prozess um Schmidts Seelandschaft mit Pocahontas ist jetzt 60 Jahr her. Aus diesem Anlass erzählt Georges Felten in einem lesenswerten Gastbeitrag in der FAZ den Verlauf des Prozesses nach:

Kunst oder Verbrechen?
Vor sechzig Jahren geriet Arno Schmidt ins Visier der deutschen Justiz: Sein Roman „Seelandschaft mit Pocahontas“ stand im Verdacht, Pornographie und Gotteslästerung zu verbreiten.

Bernd Rauschenbach hat in einem Leserbrief an die FAZ darauf hingewiesen, dass der Prozess seinerzeit durch Anzeigen des Erzbistum Kölns ausgelöst wurde. Der Leserbrief ist leider nicht online verfügbar.