Neue Postkarten

18. März 2015, 11.22 Uhr | Giesbert Damaschke

Zur Leipziger Buchmesse hat die Arno Schmidt Stiftung zehn Postkarten „mit Fotos und Wolken-Zitaten von Arno Schmidt“ herausgebracht. Die Postkarten können bei der Stiftung gegen einen mit 1,45 Euro frankierten Rückumschlag (C6) bestellt werden:

Arno Schmidt Stiftung
Bargfeld
Unter den Eichen 13
29351 Eldingen

Es gibt die Karten auch im Buchhandel (ISBN 978-3-518-91658-2).

Arno Schmidt in Japan

14. März 2015, 17.23 Uhr | Giesbert Damaschke

Zu den vielen Dingen, die ich im letzten Jahr, als das Blog für ein paar Monate im tiefen Schlummer lag, nicht vermeldet habe, gehört die Preisverleihung des japanischen Merck-Kakehashi-Literaturpreises. Dessen Preisträger nämlich waren Arno Schmidt mit „Seelandschaft mit Pocahontas“ und Jun Wada, der diesen Text ins Japanische übersetzt hat.

Der Preis wurde 2014 erstmals vom Goethe-Institut in Tokio vergeben und ist zum einen nach dem japanischen Wort „kakehashi“ (was so viel wie „Grenzüberschreitung“, „Brückenschlag“ bedeutet) benannt, zum anderen nach seinem Sponsor, dem japanischen Ableger des Pharmakonzerns Merck. Ziel ist es, der deutschen Gegenwartsliteratur in Japan zu stärkerer Verbreitung zu verhelfen und „die besondere Leistung der Übersetzungsarbeit [zu] würdigen“.

Die Preisverleihung fand im Oktober 2014 statt. Das Goethe-Institut hat auf Youtube zwei Video-Mitschnitte der Veranstaltung veröffentlicht.

Wenn Ihnen übrigens demnächst mal wieder jemand unter die Nase reibt, was für ein schwieriger, griesgrämiger und ernster Autor dieser Schmidt doch sei, dann kontern Sie einfach mit einem Zitat seines japanischen Übersetzers: „Zunächst einmal schätze ich seinen Humor und seinen Witz.“

Links:

Lesung im Schloss Bonndorf

8. März 2015, 9.58 Uhr | Giesbert Damaschke

Am 13. Juni lesen Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma im Schloss Bonndorf (Landkreis Waldshut, Schwarzwald).

Bargfelder Bote Lfg. 385–386

8. März 2015, 9.53 Uhr | Giesbert Damaschke

In den nächsten Tagen erscheint die Lieferung 385–386 des „Bargfelder Boten“. Aus dem Inhalt:

  • Thomas Körber: Hans Wollschläger in memoriam (mit einem Brief Wollschlägers vom 22.12.03)
  • Robert Becker: Arno Schmidts Plagiatsvorwurf gegenüber Adalbert Stifter nebst Verweisen auf James Fenimore Cooper
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Das nächste Heft wird eine Doppellieferung sein und im Mai erscheinen. Hier soll es wohl vor allem um Arno Schmidt als Übersetzer gehen.

Wie Arno Schmidt beinahe „Lord of the Rings“ übersetzt hätte

6. März 2015, 18.34 Uhr | Giesbert Damaschke

Am 22. August 1966 erhielt Arno Schmidt eine Anfrage des Ernst Klett Verlages, ob er nicht ein Werk übersetzen wolle,

das in Deutschland zu veröffentlichen fast unmöglich ist … und doch sind wir zu dem fast Unmöglichen fast bereit. Das Werk ist eine gigantische Märcheninsel, die zu der Welt der Faerie Queene (und vielleicht auch zu Angria und Gondal) eine unterirdische Verbindung hat; es nennt sich THE LORD OF THE RINGS und hat einen Professor namens J.R.R.Tolkien zum Verfasser. Ob man diesen ernsthaften Schnickschnack eindeutschen kann, das hängt zunächst einmal davon ab, ob man einen Übersetzer findet, der sich die gewaltige Arbeit zutrauen kann; in Deutschland gibt es nur einen, der es könnte, und das sind Sie.

Schmidts Antwort vom 26. September ist nur als Entwurf im Bargfelder Archiv erhalten und wurde von Alice Schmidt geschrieben:

SgH Dr Arbogast,

Dank für Ihren Brief vom 22.8. – Ich weiß wohl von der Existenz des J.R.R.Tolkien’schen Riesenwerkes ‘The Lord of the Rings’ habe aber leider noch nie Gelegenheit gehabt, es zu lesen. – Nun ist es aber so, daß ich selbst ein umfangreiches großes Buch schreibe, und vermutlich noch das ganze nächste Jahr ganz ausschließlich daran arbeiten werde – so daß ich für absehbare Zeit an eine so große Übersetzungsarbeit nicht denken kann.

Vielleicht ergibt sich späterhin einmal eine Zusammenarbeit.

Mit vorzügl. Hochachtung

iA

Zitiert mit freundlicher Genehmigung der Arno Schmidt Stiftung.

Mir war das völlig neu; allerdings wies Friedhelm Rathjen in der ASml auf sein Buch „Der Bücherfresser – Arno Schmidt als Wiederverwerter“ aus dem Jahr 2009 hin. Dort findet sich das Kapitel „Zu lieb, als daß ich mich da plagen möchte – Fünfzig Bücher, die Arno Schmidt nicht übersetzte“, in dem natürlich auch „Lord of the Rings“ auftaucht.

Briefwechsel Reich-Ranicki/Rühmkorf

4. März 2015, 21.04 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Arno Schmidt Stiftung hat sich ein wenig von ihrem Thema entfernt und den Briefwechsel zwischen Peter Rühmkorf und Marcel Reich-Ranicki ediert. Glücklicherweise. Denn was man da als Vorabdruck bei der FAZ lesen kann, mach Lust auf mehr. Sehr viel mehr. Und damit das nicht völlig off-topic gerät: Im Vorabdruck erfahren wir, warum Peter Rühmkorf dann doch nicht Arno Schmidts Widmungsgedicht zum Steinernen Herzen für die Frankfurter Anthologie interpretiert hat. Schade eigentlich.

Arno Schmidt und einer seiner Bewunderer

27. Februar 2015, 10.43 Uhr | Giesbert Damaschke

In der aktuellen Ausgabe des Radkulturmagazins fahrstil findet sich die Erzählung „A.S. und einer seiner Bewunderer“ von Peer-Hinrich Saandhey. In der Pressemitteilung heißt es, man bringe

eine nicht nur für Schmidt-Fans anrührende Story darüber, wie unser aus Norwegen stammender Autor Peer-Hinrich Saandhey dem toten Schriftsteller in der Darmstädter Inselstraße begegnet, wie er mit ihm einen trinken geht, einiges über verstorbene Prominente, aber auch über die Lieblingskatze von Alice Schmidt erfährt und dem 1979 verstorbenen Dichter der Heide und des Mondes ein Fahrrad zur Verfügung stellt.

„Abend mit Goldrand“ in Wien

25. Februar 2015, 19.37 Uhr | Giesbert Damaschke

Am 9. März, 20.00, findet in Wien im Theater Echoraum die Uraufführung von „Arno Schmidt : Abend mit Goldrand“ statt. Was das genau sein soll, verrät die Vorankündigung auf der Webseite des Theater Echoraum leider nicht ;-).

Ausstellung in Berlin

25. Februar 2015, 19.33 Uhr | Giesbert Damaschke

Vom 22. September 2015 bis zum 10. Januar 2016 wird in der Akademie der Künste, Berlin, eine große Arno-Schmidt-Ausstellung zu sehen sein. Dabei handelt es sich um eine leicht überarbeitete Version der Ausstellung „Arno Schmidt 100“, die vom Mai bis Oktober 2014 in Celle gezeigt wurde. Auf den Seiten der Arno Schmidt Stiftung findet sich noch der Flyer „Arno Schmidt 100. 3 Ausstellungen” (PDF-Datei) aus dem Geburtstagsjahr,  der eine kurze Vorstellung der Celler-Ausstellung bietet.

Schmidtareal, Fiktionsplateau und Duchamp-City

11. Februar 2015, 12.40 Uhr | Giesbert Damaschke

Seit den 1990er Jahren collagiert Stefan Huber echte und fiktive Land­karten zu sehr großen Kartenkunstwerken, in denen Auto­bio­graphie, Wissen, Erfahrungen und Zeitgeschehen in die Topographie überführt werden. Eines dieser Werke heißt „Alte Welt – Neue Welt“ und zeigt auch ein „Schmidtareal“, für das Huber Schmidts Zeichnung der Gelehrten­republik benutzt hat. Die Karte kann im Internet als stufenlos zoombare Grafik bestaunt werden, das Schmidtareal liegt etwas rechts vom Zentrum.