›Die Umsiedler‹ als Hörspiel

23. April 2017, 15.46 Uhr | Giesbert Damaschke

Es gibt ein neues Hörspiel nach einem Text von Arno Schmidt. Nach der Ausstrahlung am 26. April steht das Hörspiel für eine begrenzte Zeit als Download zur Verfügung:

Die Umsiedler
Eine Co-Produktion NDR/WDR 2017
Nach dem gleichnamigen Kurzroman von Arno Schmidt
in der Bearbeitung von Anna Pein

Regie: Oliver Sturm

Erzähler/Ich/Inneres Ich: Tilo Werner
Katrin: Katharina Marie Schubert
Sprecher A: Werner Wölbern
Spercher B: Jürgen Uter

Sendetermin: 26. April 2017, NDR Kultur

Am 24. April unterhält sich Joachim Dicks in ›Klassik à la carte‹ mit Tilo Werner und Bernd Rauschenbach über Arno Schmidt und seinen Roman ›Die Umsiedler‹. Die Sendung kann über den NDR-Podcast nachträglich geladen werden.

Jahrestagung der GASL 2017

18. April 2017, 17.27 Uhr | Giesbert Damaschke

Die diesjährige Jahrestagung der GASL findet vom 12. bis 15. Oktober in Celle statt. Bis zum 30. Mai werden noch Tagungsbeiträge angenommen.

Keine AOL-Accounts mehr bei der ASml

10. April 2017, 16.47 Uhr | Giesbert Damaschke

In letzter Zeit kam es bei bei Listenmails von der ASml häufiger zu Spam-Complaints von AOL. Das kann zur Folge haben kann, dass mein Provider meinen Mailserver komplett sperrt, was ein für mich nicht kalkulierbares Risiko ist. Ich habe mich daher dazu entschlossen, auf der ASml keine AOL-Accounts mehr zuzulassen. Wer Kunde bei AOL ist und an der ASml teilnehmen möchte, der besorgt sich einfach bei einem beliebigen anderen Anbieter kostenlose Mailaccounts eine Mailadresse und meldet sich mit dieser an.

Bargfelder Bote, Lfg. 410

6. April 2017, 18.14 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Lieferung 410 des ›Bargfelder Boten‹ ist in der Auslieferung. Inhalt:

  • Stefan Höppner: Mit der Narrenkappe geschrieben (Rezension ›Bottom’s Dream‹)
  • Günther Flemming : Ein Blick auf die Übersetzung von ›Zettel’s Traum‹ ins Amerikanische
  • Friedhelm Rathjen: Verpasste Chancen. Warum Arno Schmidt so spät nach Amerika kam
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Briefregister, Update 3

6. April 2017, 18.12 Uhr | Giesbert Damaschke

Das es gerade so eine schöne Zahl ist, eine kurze Meldung zum Stand des Briefregisters. Das umfasst aktuell, nach gut einem Jahr Sammelarbeit: 1111 Briefe.

Update, 8.4.: Friedhelm Rathjen hat mich auf zwei Dopplungen hingewiesen. Jetzt sind’s nur noch 1109 Briefe. Schade.

Update, 9.4.: Friedhelm Rathjen hat noch 2 Briefe aufgetrieben, die ich bislang nicht verzeichnet hatte – es sind also dóch wieder 1111 Einträge.

»schlichter Unfug«

21. März 2017, 13.52 Uhr | Giesbert Damaschke

Bei dtv erscheint eine neue, von Andreas Nohl übersetzte und auf fünf Bände angelegte Poe-Ausgabe, die sich bei Zusammenstellung und Auswahl an der wirkmächtigen Übersetzung von Charles Baudelaire orientiert. Der Übersetzer Andreas Nohl hat für Schmidts und Wollschlägers Poe-Übersetzung nicht viel übrig:

Um es kurz zu sagen: Sie haben Poe ein prätentiöses historisches Idiom schreiben lassen, so, als wenn Poe eher ein Autor des 18. oder gar 17. Jahrhunderts gewesen wäre. Das liest sich heute stellenweise ziemlich albern. Und ich muss sagen, man kann Poe nicht so ins Deutsche übersetzen, als ob es die stilistischen Errungenschaften Goethes noch nicht gegeben hätte. Das ist gegenüber Poe, aber auch gegenüber der deutschen Literatur, zu der eine Übersetzung am Ende ja gehört, schlichter Unfug ….

Auf der Webseite zur Ausgabe lässt sich eine Leseprobe abrufen.

Aus der Wortspielhölle

21. März 2017, 13.41 Uhr | Giesbert Damaschke

Beipackszettels Traum

überschreibt Willi Winkler in Literaturbeilage der ›Süddeutschen Zeitung‹ seine Rezension zu Ingeborg Bachmanns ›Male oscuro. Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit‹.

Faulkner, Bulwer

19. März 2017, 17.41 Uhr | Giesbert Damaschke

Zur Leipziger Buchmesse wird die Reihe mit Schmidts Übersetzungen mit William Faulkners ›New Orleans‹ fortgeführt. Neben den frühen Erzählungen Faulkners enthält der Band die Satire ›‹Piporakemes!›‹ und ein informatives Nachwort von Bernd Rauschenbach. Die Ausstattung ähnelt der von Bulwers ›Was wird er damit machen?‹, dessen Nachwort von Bernd Rauschenbach nun aus Anlass der Faulkner-Ausgabe auf den Seiten der Stiftung nachgelesen werden kann.

Zahnärzte

10. März 2017, 12.40 Uhr | Giesbert Damaschke

»… jeder schöngeistige Zahnarzt ist ernsthaft der Meinung, er sei dem Künstler über, weil er ihn ablehne …«

Kurt Tucholsky, ›Die Aussortierten‹ (1931)

»Arno Schmidt: Eine Wildsau im Acker unserer deutschen Sprache!«

Dr. Hans Spierling, Zahnarzt (Leserbrief im ›Spiegel‹ 23/1959)

»Ich versetzte dem Namensschild des Inhabers, freilich war es ein Zahnarzt, einen komplizierten Tritt, und verließ das Lokal.«

Arno Schmidt, ›Schwarze Spiegel‹ (1951)

Schmidt erfindet einen Brief Nietzsches

21. Februar 2017, 14.39 Uhr | Giesbert Damaschke

Ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Beitrag. Dort zitiere ich aus einem Brief von Hans Wollschläger, in dem er schreibt, Schmidt habe »ganz ähnlich« wie beim erfundenen May-Brief »einen Brief Nietzsches fingiert«. Das wollte ich doch gern einmal etwas genauer wissen und habe die digitale BA nach Nietzsche-Nennungen bzw. einem Zitat aus einem Nietzsche-Brief durchsucht. Da gibt es nur eine passende Fundstelle (›Aus dem Leben eines Fauns‹, BA I, 1, S. 307):

Ich schlug die biegsame blaue Kröner-Ausgabe auf, und las den Brief, den Friedrich Nietzsche 1891 von der Hebrideninsel Skye an Jakob Burckhardt gerichtet hat: »….. Am Strande, zwischen Planken und anderem stürmisch gekrümmtem Holz, und ein ganzer Himmel von Seesternen wimmelt langsam um mich Schreibenden her: wir bauen die Drachen nun doch ohne furchtsames Verdeck; am ersten Mast wallt schon die Segeldecke mit scharfer roter Borte. – Zwei der Boote werden vorausfahren, als Spähtrupp, als Raben, als Templeisen. Ich, Führer des Haupttreffens, folge wenige Tage später mit den restlichen sechs Schiffen: mein nächstes Lachschreiben (sic!), Freund, wirst Du bereits aus Helluland erhalten, sobald wir die Baustellen für unsere shanties uns auserlesen haben …..« (dann wirrte sich aber der Text, und ich schlug die Seite um, und geriet in Fragmente und Notizen, bis ich erwachte. – Geschieht mir oft, so in Büchern zu blättern. Aber komisch, wo ich N. doch sonst nicht verknusen kann!).

Dieser Brief ist offensichtlich eine Erfindung: 1891 – zwei Jahre nach seinem Zusammenbruch in Turin – war Nietzsche nicht auf Skye, sondern bei seiner Mutter in Naumburg. Aber Wollschlägers Vergleich mit dem fingierten May-Brief ist ein wenig schief. Bei der ›Faun‹-Stelle handelt es sich um eine Fiktion innerhalb einer Fiktion, die obendrein auch als Übergang in den Schlaf gelesen werden kann, der Brief also gar nicht zitiert, sondern vom Ich-Erzähler geträumt wird (wozu auch der Tonfall passt, der an ›Enthymesis‹ oder ›Gadir‹ erinnert). Beim Essay ›Abu Kital‹ setzt Schmidt die Brief-Fiktion dagegen als Beweismittel ein – aber vielleicht ist der erfundene May-Brief auch nur ein Signal mehr, dass man Schmidts Radio-Essays nicht mit literaturwissenschaftlicher Elle messen sollte.

Vermutlich ist das eine alte Kamelle und steht wohl schon in Dieter Kuhns ›Kommentierendes Handbuch zu Arno Schmidts Roman »Aus dem Leben eines Fauns«‹, München 1986, das ich nicht zur Hand habe. Sei’s drum.