Nachrufe auf Hans Wollschläger
Nachrufe auf Hans Wollschläger (soweit sie online verfügbar sind). Zuletzt aktualisiert: 4. Oktober, 13.25 Uhr.
- Hans Wollschläger gestorben.
Von lj. FAZ, 20. Mai - Übersetzer Hans Wollschläger gestorben.
(ret/sda), Tages-Anzeiger (Schweiz), 20. Mai - Übersetzer und Schriftsteller Hans Wollschläger gestorben.
(sda/dpa/baz). Basler Zeitung, 20. Mai - Wollschläger gestorben.
N. N. (dpa). N-TV, 20. Mai - Übersetzer und Autor Hans Wollschläger gestorben.
Von Klaus Torsy. Kultur in Bonn, 20. Mai - Übersetzer und Autor Hans Wollschläger gestorben.
(Ag. / Red.). Die Presse (Österreich), 20. Mai - Schriftsteller Hans Wollschläger ist tot.
N. N. (dpa). Handelsblatt, 20. Mai - Der größte aller Diener.
Von Paul Ingendaay. FAZ, 20. Mai - Übersetzer und Autor Hans Wollschläger tot.
(dpa). SZ-online, 21. Mai - Übersetzer und Autor Hans Wollschläger ist tot.
N. N. ORF, 21 Mai - Vollendet unvollendet.
Von Guido Graf. FR, 21. Mai - Abschied vom streitbaren Erz-Stilisten.
Von Rolf-Bernhard Essig. Fränkischer Tag, 21. Mai - Er hatte die Scheuern voll.
Von Birgit Walter. Berliner Zeitung, 21. Mai - Polyhistor. Zum Tod von Hans Wollschläger.
Von Steffen Richter. Berliner Tagesspiegel, 21. Mai - Sprachmächtig – Hans Wollschläger ist tot.
Von Hendrik Werner. Die Welt, 21. Mai - Künstler der Übersetzung. Interview mit Thedel von Wallmoden (MP3). Deutschlandfunk, 21. Mai
- »Ulysses» als Meisterstück.
Von N. N. Nürnberger Nachrichten, 21. Mai. - »Ulysses«-Übersetzer Wollschläger tot.
(tso/dpa). Die Zeit, 21. Mai - Herzgewächse, die nicht mehr wachsen.
Von Martin Beyer. Uni Bamberg News, 21. Mai - Übersetzer Wollschläger «gehörte zu Besten seiner Zunft».
(dpa). Mediaculture, 21. Mai. - 21. Mai.
Von Hans-Jürgen Syberberg. Syberberg.de, 21. Mai. - Vom Weltgebäude herabgerufen.
Von Ekkehard Knörer. Taz, 22. Mai - Hans Wollschläger 1935–2007.
Von Cornelia Niedermeier. Der Standard (Österreich), 22. Mai. - Bei den Sternen und Schnuppen.
Von Jörn Sundermeier. Jungle World 21/2007 (23. Mai) - Abschied von Hans Wollschläger.
Von Ulrich Blumenbach. Literaturübersetzer.de, 24. Mai. - Entschiedene Milde.
Von Rolf-Bernhard Essig. Literaturkritik.de, 24. Mai. - Nachruf der Stadt Bamberg für Hans Wollschläger.
Von N. N. Pressestelle der Stadt Bamberg, 25. Mai. - Persönliche Erinnerungen an Hans Wollschläger
Von Karlheinz Deschner, 17. Juni. [PDF-Datei.] - Gestorben: Hans Wollschläger
Der Spiegel, 26. Mai 2007

12 Kommentare zu Nachrufe auf Hans Wollschläger
Michael F. Horand schreibt:
29. Mai 2007, um 21:01
In der “WochenZeitung” dieser Woche, (Werbezeitung der Region Ansbach) erschien folgender Nachruf nach Hans Wollschläger:
Hans Wollschläger ist tot
Der Zauberer der Sprache ist verstummt
Ansbach (mh) Am 19. Mai ist ein Großer von uns gegangen. Mit ihm ein ganzer Kosmos, ein Universum der Gelehrsamkeit, des Wissens und gelebter humboldtscher Bildung. Ein liebenswürdiger Mensch voll Weisheit und Musik. „Der Tod ist die größte aller Katastrophen“ hat Wollschläger, der noch vergangenes Jahr in Ansbach sein Projekt „Friedrich Rückert“ (Rückerts ist der Orient, Rückerts ist der Okzident) vorgestellt hat, einmal geschrieben. Nun ist die Katastrophe da. Wollschläger ist 72 Jahre alt geworden. Aufgefordert, zu sagen, wer Wollschläger war, weiß man nicht, wo man beginnen soll: Genialer Übersetzer, Autor, Rezitator, Musiker, Dirigent, Organist, Musiktheoretiker, Psychotherapeut, Jurist, Biologe, … . Wollschläger, einer der letzten im Wortsinne enzyklopädisch Gebildeten seines Jahrhunderts hat seiner Lust auf Wissenschaft, intellektuelles Vergnügen und seiner Überzeugung autodidaktischer Unbegrenztheit des menschlichen Geistes eine höhere Popularität geopfert. Wer ihn gelesen hat, weiß, was der Welt verloren ging. Wer ihn nicht kennt, hat Lebenszeit vertan. Als genialer Übersetzer hat er sich fast 10 Jahre mit dem „Ulysses“ dem als unübersetzbar geltenden Weltkulturerbe von James Joyce beschäftigt. Eine philologische Ausnahmeleistung für den Autodidakten. Englisch hat er nie studiert. Alle Sprachen, ein gutes Dutzend soll er gesprochen, viele weitere verstanden haben, hat er sich selbst beigebracht. Zuletzt, bei seiner Arbeit um Friedrich Rückert, Arabisch, Persisch und Aramäisch. In seinem eigenen Werk, im nun unvollendet gebliebenen Faustthema „Herzgewächse oder der Fall Adams“ spürte er der literarischen Weltformel nach und versuchte gleichsam die literarische Relativitätstheorie mit der Quantenmechanik zu verbinden. Ein Epos der Menschheit sollte es werden. Unvollendet wegen seiner höchsten Anforderungen an sich selbst und das Thema. Für ein eigenes Opus Magnum standen ihm seine vielen Talente im Wege. Er konnte sich nicht zwischen Musik, Literatur und Wissenschaft entscheiden. Zu vielseitig und interessiert in alle Richtungen strahlte sein Geist aus, um nur einen Strom seiner Begabungen zu wählen. Ob er sich mit Karl May befasste, mit Karl Kraus, mit Sigmund Freud oder Theodor W. Adorno, den er noch persönlich kannte und dem er mit „Moments musicaux“ ein Denkmal setzte, immer brachte er sich, bis zur Selbstaufgabe, ganz ein, um mit dem Thema zu verschmelzen. Ganz gleich, was er schrieb, mit welchem Gegenstand er sich beschäftigte, ob es die Kreuzzüge waren, die Psychoanalyse, die Mikrobiologie, die Musik oder das Tierschutzgesetz, letztlich ging es nur um ein Thema: Um die Sprache. Wollschlägers Sprache ist Musik. Er schreibt mit Partituren im Kopf. Seine Texte fließen und schwingen im Rhythmus der Melodien. Extra literas nulla salus! (Außerhalb der Literatur gibt es kein Heil). Diesen Satz hat er noch in Ansbach unterstrichen und danach gelebt. Wie viele große Künstler konnte er durch seine Arbeit gerade so auskommen; sein Brotberuf war die Übersetzung. Zu wenig gelten Bildung und Wissen „In unseren geistfernen Zeiten“. Über Schopenhauer hat er einmal gesagt: „Schopenhauers Nachlass, der über hundert Jahre nach seinem Tode erst erscheinen konnte, wiegt in jedem Satz alle Bestseller dieser Hundert Jahre auf.“ Dies gilt auch für Hans Wollschläger.
Thomas M. Hohrein schreibt:
31. Mai 2007, um 19:48
Wolly war einer der ganz Großen, aber was heißt das
schon in einem Land, in dem nur noch “downgeloaded”
wird? – Nicht viel. Das Land der Dichter & Denker? -
Eher der Stumpfböcke & Henker…im Westen nichts Neues.
Mach’ et juut, Wolly…in diesen geistfernen Zeiten!
Dirk Jürgensen schreibt:
16. Juni 2007, um 12:42
Am heutigen Bloomsday ist bei Einseitig.info ein Nachruf auf Hans Wollschläger erschienen. —> http://www.einseitig.info/html/content.php?txtid=583
Bloomsday ohne Hans Wollschläger » Text & Blog – Das Weblog von Markus Trapp. schreibt:
16. Juni 2007, um 16:20
[...] bisher online zugänglichen Nachrufe stellt Giesbert Damaschke laufend aktualisiert auf ASml-News zusammen. « zurück zur Startseite von Text & [...]
Andreas Weigel schreibt:
20. Juli 2007, um 8:49
Enuma elisch.
Ein ganz Großer ist gegangen.
http://www.text-und-zeichen.de/akut/EnumaElisch.pdf
George Rex-Simmons schreibt:
24. Juli 2007, um 15:55
Eine Jugendliebe
1975 verliebte ich mich unsterblich bei einer Lesung in Köln. Niemals zuvor hatte ich so etwas gehört. Ich schrieb ihm ein Danke schön und schenkte ihm den Sander Band. Ein Briefwechsel begann und er hielt mich lange Zeit für einen Mann. Da ich verliebt war, fand ich das Spiel schön und klärte es nicht auf. Kurze Zeit später begann ich meine Examensarbeit über E.T.A. Hoffmann und wollte nach Bamberg reisen und natürlich auch Hans Wollschläger besuchen.
Er war entzückt, dass ich eine Frau war und wir verbrachten einen unvergesslichen ersten Tag in Bamberg. Er zeigte mir alle Hoffmann Plätze und erzählte mir eindrucksvoll, was er wußte.
Nachdem ich in meiner Pension rausflog, weil er mich zum Abschied keusch auf die Wange küßte, zog ich bei ihm ein. Zauberhafte Tage begannen, in denen wir mit seinem kleinen Sohn Andy durch die fränkische Schweiz wanderten, wobei er sich aufregte, daß der Kleine jeden Stock in ein Maschinengewehr verwandelte.
Das Thema der kindlichen Gewalt diskutierten wir in jenen Tagen ebenso hitzig und leidenschaftlich wie alle anderen Fragen unseres Lebens. Er war einer der provozierendsten Gesprächspartner, einer, der wie ich anfing zu fragen, wenn die anderen sich zufriedengaben. Wir konnten ganze Nächte auf einer Bank an der träge dahinfließenden Regnitz verbringen und uns nicht einig darüber werden, ob nur hochgebildete Menschen über Moral verfügen oder auch meine bäuerliche Großmutter.
Wir haben soviel geredet, nein gedacht, dass wir das Essen meist vergaßen und uns von kalten Erbsen aus der Dose und kalten Würstchen ernährten. Manchmal habe ich zu Andys Freude etwas gekocht oder wir gingen in ein Eiscafe.
Dann fuhr ich mit meinem damaligen Kunstprofessor nach Griechenland, wo ich meine Arbeit schrieb und mich in einen jungen Österreicher verliebte. Das war eine Realität, aber dann gab es die andere, die zweite Realität der Romantiker. Das war die Realität von Hans Wollschläger und mir. Sie hatte nichts mit Sentimentalität zu tun. Sie garantierte das unvergleichliche Vergnügen, das Dasein der Dinge und Ereignisse bis an die Grenzen und darüber hinaus zu denken.
Er schrieb mir ein paar Mal und wir trafen uns wieder, als ich bis über den Kopf im Alltäglichen versumpft war. Referendardienst an der Schule, finanzielle Nöte, leidige Affären machten mir, ebensowie wie ihm, zu schaffen.
Aber die Magie des wirklichen Denkens über die Dinge gelang uns wieder. Das bedeutete weiß Gott keine Erholung sondern war ungeheuer anstrengend, aber wir waren uns einig. Nur für das Denken lohnt das Leben.
Dann habe ich geheiratet und wurde Mutter und die Realitäthatte mich fest im Griff. Oft wollten wir uns treffen und immer kamen die Dinge des Alltags dazwischen.
Und darum muß ich jetzt Adieu sagen zu jemand, der mich wirklich berührt hat und ich fühle, daß ich einsamer in der Welt geworden bin.
Morgenrot schreibt:
7. August 2007, um 18:03
Eine sehr persönliche und berührende Erinnerung von George Rex-Sommons.
M schreibt:
14. August 2007, um 19:33
I can’t write in German – Sorry
I am an enrolled member of the Sault Ste. Marie Tribe of Chippewa Indians.
My Tribe is located along the U.S.-Canada border, at the NE corner of Lake Superior.
I am surprised that Germans are interested in American Indians.
Are Germans interested in learning Indian languages, like Chippewa?
Curious,
M
Delius schreibt:
16. August 2007, um 17:57
Ich kann nur hoffen, daß das Gewäsch von George Rex-Simmons frei erfunden ist. Eine einzige Peinlichkeit à la haben nur hochgebildete Menschen Moral oder auch andere, bäurische? Niemand kann mich überzeugen, daß dies HWs Niveau gewesen sei, selbst abends auf einer Parkbank nicht, mürbe gemacht durch ein schwadronierendes verliebtes Mädchen. Alma, Alma, mir graut vor Dir! Was für ein Kitsch, und HW kann sich dagegen nicht mehr wehren.
Delius
Andreas Weigel schreibt:
16. September 2007, um 10:05
Noch ein Nachruf
Hans Wollschläger ist tot
http://www.literaturcafe.de/hans-wollschlaeger-ist-tot/
||AP>> Hans Wollschläger schreibt:
28. Januar 2010, um 14:58
[...] Rezensionen, Herzgewächse-Monografie sowie online verfügbare Nachrufe.Giesbert Damaschke: Nachrufe auf Hans Wollschläger. Linksammlung zu online verfügbaren Texten.Thomas Körber / Giesbert Damaschke: Bibliographie Hans [...]
James Joyce: Gesammelte Gedichte | planet lyrik @ planetlyrik.de schreibt:
1. Mai 2011, um 23:10
[...] Fakten und Vermutungen zum Übersetzer + Nachrufe [...]
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