Pur(t)zel

3. Dezember 2016, 16.20 Uhr | Giesbert Damaschke

Am 1. Mai 1955 bekommt Minka, die Katze von Schmidts Nachbarn und Vermietern Neises in Kastel, vier Junge; eines davon behalten Schmidts – es ist ihre erste Katze. Am 10. Mai notiert Alice Schmidt in ihrem Tagebuch: »Ob wir’s Purtzel nennen?«, am 15. Mai hat man sich entschieden:

Purzel (so heißt er jetzt endgültig: kurfürstl. Hann. Salzgegenschreiber Purzel)

Purzel taucht immer wieder in Schmidts Briefen und Alice Schmidts Tagebüchern auf, wobei die Schreibweise des Namens zwischen »Purzel« und »Purtzel« schwankt. Am 25. Januar 1959 hat man sich wohl endgültig festgelegt – an diesem Tag schreibt Schmidt an seinen Verleger Ernst Krawehl:

Auszug Brief Arno Schmidt Ernst Krawehl
(Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Arno Schmidt Stiftung.)

Die Katze begleitet Schmidts nach Bargfeld, wo sie am 5. Januar 1962 stirbt. Schmidt an Eberhard Schlotter, 19. Januar 1962:

Bei uns ist leider unser Purtzel am 5. gestorben – es ist immer schade um soviel Buntheit & Lustigkeit; (in einem kinderlosen Haushalt half er eben doch ›da=sein‹!). Also herrscht ausgesprochen Halbmast im Hause Schmidt.

Übrigens: Auch wenn Arno und Alice Schmidt in Bezug auf Pur(t)zel immer wieder von »er« reden – es war eine Katze, kein Kater.