Arno Schmidt auf Slowenisch

Freitag, 29. Mai 2020

Slavo Šerc hat drei Erzählungen Arno Schmidt ins Slowenische übersetzt: ›Leviathan‹ (›Leviatan‹), ›Die Umsiedler‹(›Priseljenci‹) und ›Schwarze Spiegel‹ (›Črna ogledala‹). Erschienen bei LUD Šerpa, mit einem Nachwort von Bernd Rauschenbach. Das Buch hat 200 Seiten und kostet 18 Euro.

Jahrbuch der GASL 2017/2018

Freitag, 8. Mai 2020

Das von Armin Eidherr herausgegebene Jahrbuch der GASL für die Jahre 2017/2018 ist erschienen. – Inhalt:

  • Armin Eidherr, ›Vorwort‹
  • Dietmar Noering, ›30 Jahre Gesellschaft der Arno-Schmidt-Leser e.V.‹
  • Ulrich Klappstein, ›Siebolds Traum und Kolderups Klugheit. Zum China-Komplex in zwei Werkphasen Arno Schmidts‹
  • Ralf Simon, ›Gastlichkeit und Negativität (Arno Schmidt)‹
  • René Porschen, ›Postapokalyptische Naturidylle in Schwarze Spiegel‹
  • Xan Holt, ›Intertextuelle Zwischenräume: Der Hominidenstreifen als Heterotopie in Arno Schmidts Gelehrtenrepublik‹
  • Karlheinz Müller,›»Nach Mainz!«. Mainz in der deutschen Literatur nach 1945‹
  • Dietmar Noering, ›Arno Schmidt, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg‹
  • Mário Gomes, ›Das Rauschen in der Übertragung – Kleine Poetik der Übersetzung, ausgehend von Arno Schmidts Schwarze Spiegel‹
  • Tilman Schreiber, ›Kosmologie und Ästhetisierung in Arno Schmidts Leviathan oder Die beste der Welten‹
  • Christopher Lukman, ›Die Welt des Solidus. Die kulturkritische Zeichensphäre in Arno Schmidts Nachbarin, Tod und Solidus‹
  • Paul Gredler, ›Windmühlen und Karl May‹
  • Heiko Thomsen, ›Warum in die Ferne schweifen …? Nachrichten von Arno Schmidt und A. E. Johann‹
  • Fabian Herrmann, ›Curiepolis oder was zum Kuckuck ist ein Dichter-Technologe?‹

Der Band hat 262 Seiten; für Mitglieder der GASL kostet das Jahrbuch 22,50 Euro, für Nicht-Mitglieder 29,80 Euro, zzgl. jeweils 2,50 Euro Porto. Der Band kann entweder Mail beim Verlag (Verlag@edition-m-und-n.de) oder im Buchhandel (ISBN 978-3-928796-10-1) bestellt werden.

Die Zitate in ›Abend mit Goldrand‹

Montag, 27. April 2020

Günter Jürgensmeier hat im Auftrag der Arno Schmidt Stiftung den Zitaten in ›Abend mit Goldrand‹ nachgespürt. Das Ergebnis seiner rund zweijährigen Arbeit kann nun als rund 650-seitiges PDF geladen werden:

Günter Jürgensmeier, ›»und noch was Andres«. Die Zitate in Arno Schmidts ›Abend mit Goldrand‹ und ihre Quellen‹

Rezensionen zum Briefwechsel Schmidt / Wollschläger [14. Update]

Samstag, 25. April 2020

Update: 25.4.2020

  • Wolf Ebersberger, ›Fundstücke in der Krise / Lieber Arno Schmidt!‹, Nürnberger Zeitung, 22.4.2020

Stand: 19.1.2020

Darmstädter Lesung beim HR online

Donnerstag, 23. April 2020

Im Rahmen der Ausstellung ›Seltsame Tage. Arno Schmidt und Darmstadt 1955–1958‹ gab es am 4. Februar 2020 in Darmstadt eine Podiumsdiskussion und Lesung. Der Hessische Rundfunk brachte am 18. April einen gekürzten, rund einstündigen Mitschnitt, der auf der Webseite des Senders nachgehört werden kann.

Bargfelder Bote, Lfg. 450

Donnerstag, 23. April 2020

Die Lieferung 450 des ›Bargfelder Boten‹ ist erschienen. – Inhalt:

  • Editorial: 50 Jahre ›Zettel’s Traum‹
  • Ulrich Klappstein, ›Eiros & Charmion. Über das »ausgesprochen dicke Ende« Wollschlägers und wie Arno Schmidt sein Pensum erledigte‹
  • Günther Flemming, ›Edgar Poe und Charles Dickens – und Arno Schmidt‹
  • Friedhelm Rathjen, ›Die 7 Schwestern. Norwegisches in ›Zettel’s Traum‹‹

›Zettel’s Traum‹-Lesung in Corona-Zeiten

Sonntag, 19. April 2020

Das Literaturhaus Halle hat eine rund einstündige Lesung aus (teils wohl unveröffentlichten) Briefen Schmidts und ›Zettel’s Traum‹ als Zimmerlesung aufgezeichnet und bei Youtube veröffentlicht. Es lesen Martin Reik (Schauspieler am neuen Theater Halle) und Alexander Suckel (Literaturhaus Halle).

›Zettels’ Traum. Ein Lesebuch‹

Dienstag, 7. April 2020

Für den 12. Oktober kündigt der Suhrkamp-Verlag an: Arno Schmidt, ›Zettel’s Traum. Ein Lesebuch‹, hrsg. v. Bernd Rauschenbach, mit einführenden Texten von Susanne Fischer. – Aus der Verlagsankündigung:

Das Lesebuch zu Arno Schmidts ›Zettel’s Traum‹ stellt einzelne Szenen aus dem großen Werk zusammen, das halb Roman, halb literarischer Essay zu Werk und Leben Edgar Allan Poes ist. In Gesprächen und »längeren Gedankenspielen« der Protagonisten wird die Vielfalt der sprachlichen Töne von ›Zettel’s Traum‹ sichtbar. Es geht um gegenseitige Zuneigungen und wechselseitige Spannungen, um verräterische Träume und unterdrückte Wünsche. Um dem Erstleser den Einstieg zu erleichtern, wurden die Aufteilung in drei Spalten und die zahllosen Marginalien bei dieser Auswahl weggelassen. Sie versammelt Kostproben für neugierige Leser, die sich an das Original bislang nicht herangetraut haben.

Das Lesebuch soll im normalen Buchformat (21 cm × 14 cm) erscheinen, 232 Seiten haben und 25 Euro kosten.

50 Jahre ›Zettel’s Traum‹

Samstag, 4. April 2020

Am 4. April 1970, also heute vor 50 Jahren, erschien ›Zettel’s Traum‹. Aus diesem Anlass versucht Peter Kock bei literaturkritik.de »einen bilanzierenden Blick auf das Werk zu werfen.«

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Bei YouTube findet sich ein rund 17minütiger TV-Beitrag ›Arno Schmidt in Bargfeld‹ von Paul Kersten. Der schöne, etwas melancholische Beitrag wurde erstmals am 7. Mai 1985 in der ARD im Rahmen des ›Bücherjournals‹ ausgestrahlt. Das Video scheint eine Kopie einer älteren VHS-Aufnahme zu sein, Text und Bild sind etwas asynchron, aber das sollte einen nicht weiter stören.

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Der Hausverlag des ›Bargfelder Boten‹ widmet sich dem Jubiläum mit einem von Friedhelm Rathjen herausgegebenen Taschenbuch. Der Band enthält auf 184 Seiten sechs ausgewählte Beiträge zum Roman aus dem ›Bargfelder Boten‹ und eine Bibliographie. Zudem wird sich die kommende Lieferung 450 ausschließlich ›Zettel’s Traum‹ widmen.

Lese- & Lebenszeit

Freitag, 20. März 2020

In seiner Rezension zu Tobias Blumenbergs ›Der Lesebegleiter‹ schreibt Klaus Walther:

Arno Schmidt, der gern seinen Buchkonsum arithmetisch ordnete, meinte einmal in einem langen Leserleben könne man nur so um die 6500 Bücher lesen.

Jedesmal, wenn ich über dergleichen Verweis stolpere (und das passiert doch recht häufig), nehm’ ich mir vor, das einmal bei Schmidt nachzuschlagen – jetzt habe ich das endlich einmal getan.

Erstmals stellt Schmidt diese Berechnung in der Erzählung ›Ich bin erst Sechzig‹ auf, die er im Juni 1955 geschrieben hat:

Das Leben ist so kurz! Selbst wenn Sie ein Bücherfresser sind, und nur fünf Tage brauchen, um ein Buch zweimal zu lesen, schaffen Sie im Jahre nur 70. Und für die fünfundvierzig Jahre, von Fünfzehn bis Sechzig, die man aufnahmefähig ist, ergibt das 3150 Bände : die wollen sorgfältigst ausgewählt sein!
BA I, 4, 30 f.

Sechs Jahre später – am 15./16. Juli 1961 – schreibt er den Essay ›Julianische Tage‹, in dem er erneut die Lesezeit eines Lebens (das hier in Tagen gemessen wird) berechnet:

Setzen wir, daß man vom 5000. Tage an leidlich mit Verstand zu lesen fähig sei; dann hätte man, bei einem green old age von 20000, demnach rund 15000 Lesetage zur Verfügung. Nun kommt es natürlich ebenso auf das betreffende Buch, wie auch auf die literarische Aufnahmefähigkeit an. […] Sagen wir, durchschnittlich alle 5 Tage 1 neues Buch – dann ergibt sich der erschreckende Umstand, daß man im Laufe des Lebens nur 3000 Bücher zu lesen vermag! Und selbst wenn man nur 3 Tage für eines benötigte, wären’s immer erst arme 5000.
BA III, 4, S. 91 f.

Allerdings setzt Schmidt hier den Zeitraum, in dem man »leidlich mit Verstand zu lesen fähig sei«, etwas anders als in der früheren Erzählung an. Waren es dort die Jahre zwischen 15 und 60, sind es im Essay die Jahre von ~14 bis 55 (das Jahr einmal pauschal mit 365 Tagen gerechnet).

Kurz nach den ›Julianischen Tagen‹, im November 1961, arbeitet Schmidt am Fragment gebliebenen Dialog ›Die Tugenden der Kaulquappen‹, in dem es heißt:

A.: Zum Beispiel, daß man – vom 17. Lebensjahre an, wo der Mensch ungefähr anfängt, Gefühl für Literatur zu bekommen; bis zum 65., wo er, falls er fleißig & ehrlich gearbeitet hat, abgenützt ist, auch biologisch, und keins mehr hat – daß man in diesen rund 18.000 Tagen wieviel Bücher lesen kann?

B. (zögernd): Nuu ..... –: naja; das kommt auf Umfang und Schwierigkeit an. Und da Sie natürlich auf ›Gute Bücher‹ hinaus wollen, ..... (sinnend): 4 Tage für ein anspruchsvolles Buch, ist ja nicht viel; meist wird man mehr brauchen .....

A. (geduldig): Einigen wir uns dahin, daß man wirklich lesen, im Lauf seines Lebens so zwischen 3 und 4 Tausend Bände können wird.

Selbst wenn man Schmidts Lesezeitspanne etwas ausdehnt, auf etwa 15 bis 75 Jahre, und völlig unrealistische drei Tage pro Buch veranschlagt, kommt man auf maximal rund 7.300 Bücher. Das ist zwar mehr, als Schmidt vorrechnet, aber auch nicht gerade viel.

Übrigens führt Hans Wollschläger eine ähnliche Berechnung durch (›Von Sternen und Schnuppen‹, Göttingen, Wallstein 2006, S. 27 f.) und setzt dabei ein Pensum von rund 300 (!) Büchern pro Jahr und eine Lesezeit von 50 Jahren –

(auch der Gute Leser soll ein paar Jugendjahre geschenkt bekommen, damit er in Ruhe die unerläßlichen Dummheiten machen kann)

– an. Aber selbst mit diesen völlig illusorischen Eckwerten kommt man auf »grad 15.000 Bücher«. Tja.