Arno Schmidt und „Weimar“

17. November 2013, 13.57 Uhr | Giesbert Damaschke

Arno Schmidt WeimarDas Bändchen versammelt die zusammenhängende Texte Arno Schmidts, in denen es um die „Weimarer Klassik“ geht: „Vorspiel“ (aus „Dya Na Sore“), „Wieland oder die Prosaformen“, „An Uffz. Werner Murawski“, „Goethe und Einer seiner Bewunderer“ und „Herder oder vom Primzahlmenschen“.

Im einleitenden Essay „Die Konstellation Weimar“ zeichnet Jan Philipp Reemtsma die Entwicklung nach, die aus dem eher verschlafenen Provinznest Weimar eine wirkmächtige „historisch-normativen Bezugsgröße“ des literarischen Lebens werden ließ. Im zweiten Teil seines Essay stellt er dann Arno Schmidts Funkessays vor und geht ausführlich darauf ein, dass ausgerechnet Schiller fehlt, dem Schmidt in seinen frühen „Dichtergesprächen“ noch nicht einmal einen Platz im Elysium zubilligt.

Das Büchlein lässt mich etwas ratlos zurück. Schmidt-Lesern bietet es wohl kaum Neues, wer Schmidt noch nicht kennt, wird ihn durch die Fokussierung auf die doch recht spezielle Frage, wie Schmidt es denn nun mit „Weimar“ hielt, auch nicht unbedingt kennenlernen.

»Na, Sie hätten mal in Weimar leben sollen!«. Übe Wieland – Goethe – Herder. Hrsg. von Jan Philipp Reemtsma. Stuttgart: Reclam, 2013. 234 Seiten. ISBN 9-78-3-15-018979-5. 6,40 Euro.[= RUB 18979]