»schlichter Unfug«

21. März 2017, 13.52 Uhr | Giesbert Damaschke

Bei dtv erscheint eine neue, von Andreas Nohl übersetzte und auf fünf Bände angelegte Poe-Ausgabe, die sich bei Zusammenstellung und Auswahl an der wirkmächtigen Übersetzung von Charles Baudelaire orientiert. Der Übersetzer Andreas Nohl hat für Schmidts und Wollschlägers Poe-Übersetzung nicht viel übrig:

Um es kurz zu sagen: Sie haben Poe ein prätentiöses historisches Idiom schreiben lassen, so, als wenn Poe eher ein Autor des 18. oder gar 17. Jahrhunderts gewesen wäre. Das liest sich heute stellenweise ziemlich albern. Und ich muss sagen, man kann Poe nicht so ins Deutsche übersetzen, als ob es die stilistischen Errungenschaften Goethes noch nicht gegeben hätte. Das ist gegenüber Poe, aber auch gegenüber der deutschen Literatur, zu der eine Übersetzung am Ende ja gehört, schlichter Unfug ….

Auf der Webseite zur Ausgabe lässt sich eine Leseprobe abrufen.

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