scheinbar & anscheinend

7. Januar 2017, 15.04 Uhr | Giesbert Damaschke

Zwischen »scheinbar« und »anscheinend« liegen bekanntlich ganze Bedeutungswelten. Da ist es einigermaßen verblüffend, dass Schmidt diesen Unterschied in seinem Werk immer wieder ignoriert (da er beide Wörter auch oft korrekt benutzt, kann man wohl davon ausgehen, dass ihm der Unterschied durchaus bewusst war). Warum macht er das? Darum:

Sie verkennen scheinbar – laut ›Duden‹ anscheinend: aber ich halte mich an die Umgangssprache; bzw. danach, ob ich ein zwei= oder dreisilbiges Wort im Text brauche […].
An Wilhelm Michels, 10. Februar 1959 (BWM, Nr. 117)

Dass er bei der Rechtfertigung seines nunja Fehlers gleich wieder einen macht und ein »danach« benutzt, wo man ein »daran« erwartet: das muss man wohl einfach hinnehmen.

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