Freitisch

20. Februar 2011, 12.53 Uhr | Giesbert Damaschke

In Uwe Timms neuer Novelle „Freitisch“ scheint Arno Schmidt eine große Rolle zu spielen. Ich kenne den Text nicht, aber die Verlagswerbung ist da ziemlich eindeutig:

Am Freitisch saßen sie mittags beieinander, in der Kantine einer spendablen Versicherung, und ihre Gespräche kreisten um Gott und die Welt und einen gemeinsamen Bezugspunkt: Arno Schmidt. […] Und bei jener merkwürdigen Reise, die sie in die Heide, zu Arno Schmidts Grundstück führte.

(Hinweis von Martin Kuhn)

Schmidt & Goethe

15. Februar 2011, 22.54 Uhr | Giesbert Damaschke

Beim Goethezeitportal findet sich eine Neupublikation von:

  • Hans-Edwin Friedrich: „Ich war unehrerbietig genug.“
    Arno Schmidts Auseinandersetzung mit dem Goethe-Kult der Nachkriegszeit
    PDF-Datei

Zuerst in: Karl Eibl/Bernd Scheffer (Hg.): Goethes Kritiker. Paderborn: mentis 2001, S. 135–151.

2 Rezensionen

15. Februar 2011, 22.49 Uhr | Giesbert Damaschke

Das Hamburger Abendblatt berichtet von der Vorstellung der gedruckten Ausgabe von Zettel’s Traum, die Berliner Zeitung von der Ausstellung in Berlin:

Oversexed & überinstrumentalisiert

10. Februar 2011, 15.37 Uhr | Giesbert Damaschke

In der Berliner Zeitung weist Martin Halter auf BA IV/1 hin. Er mag den Roman anscheinend nicht, das Personal sei „eindeutig oversexed und philologisch überinstrumentalisiert“, Schmidt als „Schriftsteller […] ein Revolutionär, vielleicht sogar ein Genie […], aber als Zeit- und Kulturkritiker […] einfach eine Katastrophe“, der Roman im Grunde „unlesbar“ und durch den Neusatz gehe zudem der „Charme des verrückten Handwerkers und [die elitäre] Aura des monströsen Artefakts verloren.“

Wolfram Schütte über BA IV/1

6. Februar 2011, 19.36 Uhr | Giesbert Damaschke

Wolfram Schütte kann nicht nur mit dem Neusatz von „Zettel’s Traum“ nichts anfangen, ihm scheint der ganze Roman auf die Nerven zu gehen:

Die Entzauberung des Überbuchs
Anlässlich der Wiedervorlage von Arno Schmidts »Zettel(‚)s Traum«

Irritierend finde ich (da Schütte es eigentlich besser wissen müsste), das beharrliche Reden vom vorgeblichen „Drei- (& manchmal Mehr-) Spalten-Opus“ – denn genau das ist „Zettel’s Traum“ ja ersichtlich nicht. Es werden nicht drei und manchmal mehr Spalten verwirbelt, sondern über die Seiten mäandriert ein langer Textfluss, der sich mal nach links, mal nach rechts schlängelt, mitunter auch teilt, Pfützen, Seen und Inseln bildet, aber immer der eine große Textstrom bleibt.

Hausbesuche

5. Februar 2011, 14.53 Uhr | Giesbert Damaschke

Ulrich Stock hat für Die Zeit vier Käufer von „Zettel’s Traum“ besucht. Herausgekommen ist – ach, das lesen Sie besser selbst:

Zettel’s Traums Leser
Wer kauft sich den 298 Euro teuren schier unlesbaren Riesenroman des Exzentrikers und Sprachartisten Arno Schmidt? Vier Hausbesuche.

Nachgewogen

4. Februar 2011, 13.02 Uhr | Giesbert Damaschke

Kaum eine Rezension zu „Zettel’s Traum“ kommt ohne Gewichtsangabe aus. Da finden sich die seltsamsten Werte, also habe ich mal meine Ausgaben auf einer Personenwaage nachgewogen. Messgenauigkeit: 200 Gramm. Bitte sehr:

zettels traum gewogen

Die 6. Auflage 2004 und die Studienausgabe in 8. Heften (2. Auflage 1986) besitzen jeweils einen festen Schuber, die 3. Auflage von 2004 steckt in einem einfachen Pappschuber. BA IV/1 wurde ohne Schuber gewogen.

Nachtrag: Andere Waagen, andere Ergebnisse. Inzwischen habe ich Messwerte anderer Waagenbesitzer bekommen, mit teilweise erheblichen Abweichungen, die durch die 200-Gramm-Toleranz meiner Waage nicht zu erklären sind. So soll die Studienausgabe 10,75 kg, die 6. Auflage 5,84 kg und die EA mit Schuber 9,4 kg wiegen. Die Stiftung wird da wohl mal für Klarheit sorgen und die Bücher vom TÜV wiegen lassen müssen ;-).

Warten auf „Zettel’s Traum“

1. Februar 2011, 23.05 Uhr | Giesbert Damaschke

Den Hinweis hätte ich jetzt fast vergessen: Jan-Frederik Bandel hat seine Glossen „Warten auf Zettel’s Traum“  in einem gleichnamigen Büchlein zusammengefasst (64 Seiten, 6 Euro, Textem: 2011. ISBN 978-3-941613-44-7). Aus der Verlagsankündigung:

Im Oktober 2010 ist bei Suhrkamp – seit Jahren angekündigt – die gesetzte Fassung von Arno Schmidts überdimensionalem Roman Zettel’s Traum (1970) erschienen. Jan-Frederik Bandel nutzte das letzte halbe Jahr Wartezeit, um in einer wöchentlichen Kolumne in der jungen Welt Klatsch, Komisches und Kulturhistorisches rund um Schmidts Spätwerk auszubreiten: über Schnellstkommentatoren, Raubdrucker, Trittbrettfahrer, Pöstchenverteidiger, Hobbydichter, Bangemannschränke und Schmidt-Fans im Dorfgasthof. Mit Vignetten von Claire Lenkova und einigen E-Mails des Malers und Schmidt-Lesers Frank Grüttner.

Ich würde jetzt gern direkt auf die Verlagsseite verlinken, aber der Webauftritt basiert auf Typo3 und wie bei so manchen Typo3-Seiten ist auch hier die Suchfunktion frustrierend langsam und lachhaft ineffizient. Also nur der Link direkt zum Verlag: Textem Verlag.

Donald Duck und anderes

1. Februar 2011, 22.49 Uhr | Giesbert Damaschke

[Erika] Fuchs-Liebhaber, die ich kenne, verbringen zum Beispiel auch viel Zeit mit Monty Python’s Flying Circus, Arno Schmidt, den Beatles, Rex Stout oder Star Trek.

Ernst Horst: Nur keine Sentimentalitäten. Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte. Blessing 2010. S. 339

Also bis auf Rex Stout stimmt’s für mich.

Bargfelder Bote Lfg. 336–338

29. Januar 2011, 15.55 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Lieferung 336–338 (Januar 2011) des Bargfelder Boten ist erschienen. Aus dem Inhalt:

  • Tobias Roth: seelIchcoit. Zur Bildlichkeit der Koitus-Darstellung bei Arno Schmidt
  • Robert Weninger: Arno-Schmidt-Forschung 2010. Eine Art Inventur
  • Sabine Kyora: „Je näher man einen Autor ansieht, desto ferner blickt er zurück.“ Zur Arno-Schmidt-Forschung und zu ihrem Gegenstand
  • Martin Lowsky: Weisheit, Ambiguitätsbewusstsein und Humanität (Rez. Eideneier: Die Aufhebung des Körpers im Werk)
  • Gehört, gelesen, zitiert
  • In letzter Zeit ist erschienen …