Schreiben nach 1945
Am 7. September bringt der Hessische Rundfunk in der Reihe Wissenswert von 8.30 bis 9.00 Uhr den ersten Teil von Schreiben nach 1945: Das Doppelleben der Drahtzieher, in dem es der Vorankündigung nach zumindest auch am Rand um Arno Schmidt gehen wird:
Nach dem Krieg schien es nur „Innere Emigranten“ zu geben. Den paradoxen Begriff – Auswanderung nach innen? – verwendete 1945 erstmals Frank Thiess, der einige Jahre später Vizepräsident der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt wurde. Er griff den 1933 ins Exil getriebenen Thomas Mann dafür an, dass dieser vom „Blutgeruch“ der im „Dritten Reich“ erschienenen Literatur sprach. Das Sagen im Literaturbetrieb der Westzonen und der jungen Bundesrepublik hatten zunächst Opportunisten wie Kasimir Edschmid, Generalsekretär des deutschen PEN-Zentrums, die ihre Nähe zu NS-Funktionären herunterspielten. Erst Mitte der 50er Jahre vertrieb eine andere Autorengeneration, zu der Arno Schmidt, Wolfgang Koeppen oder die Mitglieder der „Gruppe 47“ zählten, den restaurativ-muffigen Geist.
(Hinweis von Friedhelm Rathjen)

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