Schmidt & Pynchon

22. Dezember 2006, 2.04 Uhr | Giesbert Damaschke

Thomas Pynchon (Sie erinnern sich – der Papiertütenopf in den Simpsons) hat einen neuen Roman geschrieben und es summt und brummt im Feuilleton. Im angelsächsischen Raum wird zur Erläuterung des hochkomplexen Beziehungs- und Anspielungsgeflecht Pynchonscher Prosa mitunter James Joyce und Finnegans Wake herangezogen. Hierzulande liegt ein anderer Vergleich natürlich näher:

Pynchons ausgestellte Komplexität zieht alle Streber dieser Welt unwiderstehlich an, denn sie ist endlos und tautologisch zugleich. Wie bei James Joyce und Arno Schmidt wird das Erlebnis durchs Bescheidwissen ersetzt, das machen diese Autoren in ihrem Spätwerk ihren Lesern schon vor. Das Gegenteil von Kunst ist recht haben.

Schreibt Elke Schmitter im Spiegel und verwechselt prompt das Spiegelbild eines Kunstwerks mit diesem selbst.

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