Ein magischer Vorgang

2. Mai 2010, 12.17 Uhr | Giesbert Damaschke

Mark-Christian von Busse hat für die Hessische Allgemeine ein Kurzinterview mit dem Arno-Schmidt-Setzer Friedrich Forssman geführt. Um Arno Schmidt geht es dabei zwar nicht, aber es gibt eine schöne Feststellung Forssmans:

Lesen ist eine so wunderbare Tätigkeit, diese wenigen Buchstaben unseres lateinischen Alphabets, die in unseren Köpfen so viele verschiedene lebhafte Bilder erzeugen. Für mich ist das ein magischer Vorgang.

Stifter statt Schmidt

1. Mai 2010, 17.58 Uhr | Giesbert Damaschke

Seit dem 13. Dezember 1988 gibt es in Bietigheim-Bissingen eine Adalber-Stifter-Straße. Das Namenbuch zur Stadt vermerkt lakonisch:

Alternativvorschlag: “Arno-Schmidt-Straße” abgelehnt.

(Hinweis von Friedhelm Rathjen)

Arnoschmidt im Bild

29. April 2010, 14.16 Uhr | Giesbert Damaschke

Seit rund vier Jahren gibt es einen Asteoriden Arnoschmidt. Hier ist er einmal im Schema zu sehen:

James Joyce gibt es neuerdings übrigens auch als Asteroiden am Himmel.

(Hinweis von Friedhelm Rathje)

Arno Schmidt über Pape

9. April 2010, 0.09 Uhr | Giesbert Damaschke

Am 5. September 1960 schickte Arno Schmidt einen Lexikonartikel zu „Samuel Christian Pape“ an die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Der Artikel was als Beitrag für die „Neue Deutsche Bibliographie“ vorgesehen. Es sollte lange dauern, bis die NDB beim Buchstaben „P“ ankam – der Beitrag Schmids erschien erst im Jahr 2001. Der Text ist im Rahmen der Bargfelder Ausgabe im ersten Band der Supplemente (Fragmente. Prosa, Dialoge, Essays, Autobiografisches) erschienen. Nun kann man ihn auch im Internet nachlesen – und zwar hier.

(Hinweis von Friedhelm Rathjen)

Notizen zur ZT-Broschüre

4. April 2010, 14.50 Uhr | Giesbert Damaschke

Inzwischen habe ich die erwähnte Broschüre zu Zettel’s Traum bekommen (man kann sie sich von der Arno Schmidt Stiftung zuschicken lassen, meine kam vom Antiquar Wiedenroth in Bargfeld) und kann ein wenig mehr zu dieser hübschen Publikation sagen.

Nach einer Einleitung (»Was stünde nicht in Zettel’s Traum?«) und Zitaten aus Vorläufiges zu Zettels Traum, folgen Inhaltsangaben zu den acht Büchern von Zettel’s Traum, Auszüge aus Briefen Arno und Alice Schmidts und aus dem Tagebuch Alice Schmidts. Der Setzer Friedrich Forssman gibt einen knappen Abriss über das Unterfangen, den eigentlich unsetzbaren Roman zu setzen, das Ergebnis wird mit einem Ausschnitt aus dem Faksimile und dem entsprechenden Satz demonstriert. Abschließend finden sich Angaben und Preise zu den verschiedenen Ausgaben. Aufgelockert wird die Broschüre durch vier doppelseitige Fotos der Zettelkästen.

Das schöne Plakat, in dem Schmidt im Unterholz verschwindet, wird leider nicht der Umschlag von Zettel’s Traum sein. Der nämlich zeigt ein Wachholder-Foto mit dem Titel „Arno Schmidt Zettel’s Traum“ als Textsäule, in der jedem Wort eine eigene Zeile eingeräumt wird. Das mag ein wenig an die „unendliche Textsäule“, die Zettel’s Traum ist, erinnern, gefällt mir aber trotzdem nicht so gut wie das Plakat:

Der Umschlag (rechts) wird (leider) anders aussehen als das Plakat (links).

Die Inhaltsangaben zu den acht Büchern bieten eine knappe Einführung in das Geschehen des Romans und wecken Lust, den Roman noch einmal zu lesen (mal sehen, wie lange diese Lust dann tatsächlich anhalten wird ;-)).

Die Gegenüberstellung von Faksimile und Satz zeigen, dass Setzer und Herausgeber hier vor einer eigentlich nicht zu lösenden Aufgabe standen. Schon bei einem flüchtigen Vergleich fällt auf, dass in den Textumbruch eingegriffen wurde (werden musste): Teile, die im Typoskript etwa in der Mittelspalte stehen, finden sich nun plötzlich in einer anderen Textspalte wieder.

Das ist auf Anhieb irritierend, lässt sich aber wohl leicht erklären. Der Text läuft an diesen Stellen fließend von der Mitte nach links. Hätte man den Zeilenfall exakt nachgebildet, wäre die letzte Zeile der Mittelkolummne nur halb gefüllt und der Textfluss unterbrochen worden, was der Autorabsicht offensichtlich widersprochen hätte.

Doch gleichzeitig gerät der Übergang von der Handlungs- in die Poe-Spalte nun abrupter als im Typoskript. Dort geschieht der Wechsel mitten im Satz punktgenau an der Stelle, an der es wieder um Poe geht: „Denn Wilma hier hat“ – Wechsel – „MB [die Poe-Analytikerin Marie Bonaparte] sich fundamental=geirrt“:

Im Druck rutscht der Anfang des Satzes nach links, so dass ein Teil, der eigentlich in die Mitte gehört, auf die Poe-Ebene rutscht:

Das passiert auf der Seite gleich noch einmal. Im Typoskript steht Einige dünnere ja; denn): in der Mitte, der Doppelpunkt am Schluss leitet nahtlos vom Gedanken des Ich-Erzählers zur Poe-Diskussion nach links hinüber: "Die scheinbare Geschlossenheit der Tsalal=Fabel […]". Im Druck steht die gesamte Zeile (Einige dünnere ja; denn) : »Die scheinbare Geschlossenheit der Tsalal=Fabel […]« in der linken Spalte.

Wie gesagt – das scheint ein unvermeidbarer Kompromiss zu sein, aber der Vergleich Typoskript/Satz wird wohl noch so manchen Leser, Setzer und Philologen beschäftigen.

Eines zeigt der Vergleich allerdings auch sofort: die gesetzte Fassung ist um ein Vielfaches besser lesbar und räumt Hindernisse aus dem Weg, die vom Autor in dieser Form sicherlich nicht beabsichtigt waren.

Arno Schmidt als Comic

1. April 2010, 14.56 Uhr | Giesbert Damaschke

Bei Reprodukt kündigt man ein interessantes Projekt an:

Im Frühjahr 2011 beginnt Reprodukt mit der Veröffentlichung einer Reihe von Comic-Adaptionen von Werken des Nachkriegsliteraten Arno Schmidt.

Begonnen wird mit der „Gelehrtenrepublik“, danach soll „Das steinerne Herz“ und „Seelandschaft mit Pocahontas“ folgen. Bei der „Entstehung der Bände“ soll die Arno Schmidt Stiftung „beratend zur Seite“ stehen. Schließlich hat man da ja nach Abschluss der Bargfelder Ausgabe genügend Zeit für andere Dinge.

PS Bevor Sie sich nun je nach Gemütslage echauffieren oder freuen, sollten Sie einen Blick auf das Datum der Meldung werfen ;-)

Zettel’s Traum lesen

18. März 2010, 13.48 Uhr | Giesbert Damaschke

Marius Fränzel wird seine dritte Lektüre von Zettel’s Traum mit einem Blog begleiten:

Es wird hier also meine persönliche, erneute Lektüre von »Zettel’s Traum« reflektiert werden. Es gibt dabei kein zuvor festgelegtes Lesetempo oder sonstige Voraussetzungen. Auch ob die einzelnen Blogbeiträge einzelne Seiten oder die Episoden des Textes oder schlicht das jeweilige Lektürepensum umfassen werden, wird sich erst im Laufe des Projektes erweisen. Kommentare anderer Leser sind ebenso erwünscht wie Nachfragen, Anregungen oder Nebengedanken derer, die hier mitlesen.

Zettel’s Traum: Prospekt und Preise

17. März 2010, 12.30 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Arno Schmidt Stiftung hat einen 28seitigen Prospekt zum Erscheinen von Zettel’s Traum im Rahmen der Bargfelder Ausgabe herausgebracht. Er bietet eine Inhaltszusammenfassung der Editorin Susanne Fischer, einen Text vom Setzer Friedrich Forssman und natürlich kommen auch Alice und Arno Schmidt zu Wort.

Der Band kann bis zum 31. Januar 2011 zu einem Sonderpreis subskribiert werden. Die Preise:

  • Standardausgabe in einem Band (Leinen): 298,- Euro. Nach Ablauf der Subskriptionsfrist: 348,-.
  • Studienausgabe in acht vier Broschurbänden: 198,- Euro. Nach Ablauf der Subskriptionsfrist: 248,-.

Die Vorzusgausgabe in Halbpergament mit vier farbigen Faksimiles soll 448,- Euro kosten.

Zeitzeichen zu Hans Wollschläger

17. März 2010, 12.20 Uhr | Giesbert Damaschke

Das heutige Zeitzeichen im WDR widmete sich dem Geburtstag Hans Wollschlägers am 17. März 1935 (Autor: Christoph Vormweg). Die Sendung kann als Podcast (MP3) geladen werden.

Kurios: zettels-traum.de

16. März 2010, 13.16 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Ankündigung der gesetzten Ausgabe von Zettel’s Traum hat mich auf die naheliegende Idee gebracht, einmal http://www.zettels-traum.de/ anzusteuern. Das Ergebnis erinnert an einen der letzten Tweets von @Arno_Schmidt:

Vielleicht hat Fußball doch einen Sinn: als Belebung der Landschaft?

(BA I/1, 169)