Martin Mosebach, Eckhard Henscheid und der Heide-Expressionismus
Eckhard Henscheid bekam 2009 den Jean-Paul-Preis des Freistaates Bayern verliehen. In Martin Mosebachs Laudatio heißt es:
Literatur wird aus Literatur gemacht; dieser Grundsatz gilt natürlich auch für die „Mätresse“ und ihren vielfältig belesenen Autor. Zählt man die vielen Erwähnungen politischer und sportlicher Ereignisse zusammen, die das Buch durchziehen, glaubt man, Handlung und Entstehung auf den Monat genau bestimmen zu können. Anhand bestimmter Sprachfiguren meint man den Autor im Gefolge von Arno Schmidt segeln zu sehen, wenn es da etwa heißt: „Well“, sagte Streibl cremefarben …“ oder „lachend schwappte das Auto weg“ oder „bemerkte ich gotisch“ oder gar „frug ich räudig“ – aber solche schein-sinnlichen, schein-bildlichen Kraftlyrismen kommen mir derart schamlos auf die Spitze getrieben vor, als solle dem Arno Schmidt, der damals ja gerade noch lebte, streng erzieherisch einmal die Konsequenzen seines Heide-Expressionismus vor Augen geführt werden.
Eckhard Henscheid nimmt einen Literturpreis an, lässt sich von Martin Mosebach besingen und Arno Schmidt produzierte Heide-Expressionismus. Man lernt doch alleweil etwas neues.

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