„Feenpalast“

20. November 2013, 23.31 Uhr | Giesbert Damaschke

Aktuell lese ich „Schwere Zeiten“ von Charles Dickens (in der mäßigen Kindle-Edition und der mäßigen Übersetzung von Carl Kolb). Da heißt es zu Beginn von Kapitel 10:

Die Lichter in den großen Fabriken, die, wenn sie erleuchtet waren, wie Feenpaläste aussahen – wie die mit Luxus-Expreß-Reisenden wenigstens behaupten – waren sämtlich ausgelöscht, …

Bei den „großen Fabriken“ handelt es sich um Webereien bzw. Textilfabriken allgemein.

Bei dieser Stelle fiel mir eine Passage ein, die ich in den „Umsiedlern“ verortete, dort aber nicht fand. Stattdessen wurde ich in „Rollende Nacht“  fündig (das ja wiederum ein separat veröffentlichter Auszug aus den „Umsiedlern“ ist):

Aber sie rettete mich selbst, als ihr Blick zufällig aus dem Fenster fiel: »Also wie ein Feenpalast!«. Die Fabrik war nämlich schon jetzt, um halb Sechs, über und über erleuchtet, sah aus ihrer ernsten Front hundertäugig in die Winternacht, und ich dachte – dachte: ich mußte ja vorsichtig sein! – wie es wohl in einem Kopf aussehen möge, dem beim Anblick eines Textilwerkes das Wort ‹Feenpalast› einfiel: so eine darf nun auch wählen!

(BA I/4, 121)

Ähnlich auch in „Bedeutend; Aber …“ (BA III/3, 498) und „Dichter und ihre Gesellen“ (BA III/4, 419).