Bottom’s Dream

26. September 2016, 13.36 Uhr | Giesbert Damaschke

Arno Schmidt Bottoms DreamDie englische Übersetzung von „Zettel’s Traum“ ist schon seit einiger Zeit zu haben, aber erst vor wenigen Tagen kam sie offiziell in den Handel:

Bottom’s Dream. Tranlated by John E. Woods. Dalkey Archive 2016. ISBN: 978-3-518-80900-6

Auf der Webseite des Verlags gibt es zwar noch keine Informationen zu dem Buch, aber immerhin ein Interview mit dem Übersetzer.

Da es sich um eine US-Ausgabe handelt, greift hier die deutsche Preisbindung nicht [Update: Das stimmt nicht, s. Kommentar von Friedhelm Rathjen]. Suhrkamp gibt den Preis mit „ca. 78,00 €“ an, bei Amazon kostet es aktuell 54,23 € an, Amazon in den USA möchte 46,61 US-Dollar, und bei Buch.de bekommt man es für 66,50 €. Bei dem Preis – der sich bei Amazon jederzeit ändern kann – ist klar, dass die Ausgabe kräftig subventioniert wurde, im Impressum heißt es dann auch:

Partially funded by a grant by the Illinois Arts Council, a state agency, and the Arno Schmidt Stiftung.

Die Übersetzung folgt der deutschen Ausgabe bis ins Detail – sie hat nicht nur das gleiche Format, sondern ist sogar seitenidentisch (wie man das bei einer Übersetzung hinbekommt, ist mir völlig schleierhaft). Aus dem „Afterword“ von John E. Woods:

I also had an additional task beyond that of translator, for I served not only as Übersetzer (translator) bus also as Setzer (typesetter). Placed side by side each page of the book you have before you is a mirror image of the Bargfeld edition of Zettel’s Traum (Suhrkamp, 2010).

Die erste Rezen… ne, der erste ausführliche Hinweis findet sich kurioserweise ausgerechnet beim Wall Street Journal:

The Season’s Biggest Novel Has 1.3 Million Words and Outweighs a Bowling Ball

Wenn dieser Artikel typisch für die folgenden sein sollte, dann können wir wohl davon ausgehen, dass in den USA die Rezeption von „Bottom’s Dream“ ähnlich verlaufen wird wie die von „Zettel’s Traum“ hierzulande.

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2 Kommentare zu Bottom’s Dream

Friedhelm Rathjen
27. September 2016, um 15:56

Daß die Preisbindung nicht greift, stimmt nicht, man kann sie in diesem Fall nur leichter umgehen, indem man das Buch über US-amerikanische oder sonstige ausländische Buchhandlungen importiert (was dazu führen kann, daß man Zoll oder Importumsatzsteuer nachentrichten muß, so daß es nicht immer so billig wird, wie es scheint). Die offizielle Auslieferung für die deutschsprachigen Länder hat Dalkey Archive dem Suhrkamp-Verlag überlassen, die oben genannte deutsche ISBN ist die Suhrkamp-Bestellnummer, und wer darüber bestellt, kommt in Deutschland und Österreich um den gebundenen Preis von 78,- bzw. 80,20 Euro nicht herum; außerhalb des deutschsprachigen Raums (also da, wo Dalkey Archive liefert) gilt die abweichende ISBN 978-1-62897-159-0 mit freiem Preis. Diese etwas verwirrende Situation hat dazu geführt, daß manche internationalen Händler „Bottom’s Dream“ doppelt führen, mit unterschiedlichen Bestellnummern und zu unterschiedlichen Preisen; die ursprünglich sehr günstigen Preise für die US-Variante wurden inzwischen oftmals deutlich erhöht, nachdem die Händler gemerkt haben, wie teuer der Versand wird. Das Buch selbst ist in beiden Preis- und ISBN-Varianten völlig identisch, auch die US-Exemplare wurden in Deutschland gedruckt und schon vor Monaten nach Amerika verschifft, von wo so manches Exemplar nun als Reimport zurückkehrt.

Giesbert Damaschke
27. September 2016, um 16:33

Ah, danke für die Aufklärung. Gleich mal korrigieren.

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